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UmweltverschmutzungHier rollt eine Giftwolke über Peking

Luftverschmutzung macht das Leben in Chinas Hauptstadt unerträglich. Die Sichtweite liegt bei wenigen Metern.

Beeindruckende Zeitraffer: Ein Video zeigt, wie Peking innert Minuten von einer Smog-Wolke eingehüllt wird. (Video: Tamedia/Reuters/Storyful)

Dichter Smog hat in Nord- und Zentralchina erneut das öffentliche Leben teilweise zum Erliegen gebracht. Wie Staatsmedien am Montag berichteten, mussten mindestens 30 Autobahnen wegen schlechter Sicht auf einigen Abschnitten geschlossen werden. Auch zahlreiche Flüge wurden gestrichen.

Peking verlängerte die zweithöchste Smog-Alarmstufe «Orange» für drei weitere Tage, was bedeutet, dass Lastwagen nicht in die Stadt fahren dürfen und einige Fabriken geschlossen bleiben.

Höchste Smog-Warnstufe

Messungen für gefährlichen Feinstaub ergaben in der Hauptstadt Werte von über 300 Mikrogramm pro Kubikmeter Luft – das Zwölffache des Grenzwertes der Weltgesundheitsorganisation (WHO). Noch schädlichere Luftwerte wurden in anderen Teilen Nordchinas gemessen, wo die Regierung bereits am Sonntag in 25 Städten die höchste Smog-Warnstufe «Rot» ausgerufen hatte.

Bereits am Freitag und am Samstag galt Medienberichten zufolge in 24 Städten im Norden und im Osten Chinas erneut die höchste Smog-Alarmstufe. Einwohner der Hauptstadt machten ihrem Ärger in den sozialen Netzwerken Luft.

Greenpeace: Keine Fortschritte erkennbar

Schon vor zwei Wochen hatte eine gewaltige Smog-Glocke über Nordchina das Leben von mehr als 460 Millionen Menschen in sechs Provinzen über Tage beeinträchtigt. Die Umweltorganisation Greenpeace hatte Chinas Regierung dazu aufgefordert, entschlossener gegen den Smog vorzugehen. Fortschritte, die beim Kampf gegen die schlechte Luft zunächst erzielt worden seien, seien nicht mehr erkennbar.

Die Behörden bemühen sich seit einiger Zeit, den Smog durch eine Reihe von Massnahmen zu verringern. Allerdings wird die Luftverschmutzung durch den massiven Kohleverbrauch zum Heizen und zur Stromgewinnung insbesondere im Winter sowie durch den zunehmenden Autoverkehr verstärkt.

Herzerkrankungen, Schlaganfälle, Krebs

Die Luftverschmutzung in Peking und anderen chinesischen Städten wird für Hunderttausende von Todesfällen mitverantwortlich gemacht, etwa durch Herzerkrankungen, Schlaganfälle und Lungenkrebs. (sda)

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