Aktualisiert 25.09.2014 11:44

Geheime Aufnahmen aus Al-Rakka

Hier rufen Terroristinnen ihre Mamis an

Unter Lebensgefahr hat eine Frau in der IS-Terror-Hochburg Al-Rakka in Syrien versteckte Aufnahmen gemacht. Zu sehen ist, wie junge Französinnen ihre Mütter daheim beruhigen.

von
bat

Die Botschaft der jungen Dschihadistin des «Islamischen Staates» an ihre Mutter ist unmissverständlich: «Ich werde nicht zurückkommen, Mama, das sage ich dir ganz ehrlich», sagt die komplett verhüllte Frau in perfektem Französisch in einem Video, das auf auf dem Sender «France 2» ausgestrahlt wurde. Und weiter: «Ich kann einfach nicht riskieren, nach Frankreich zurückzukehren. Mir geht es gut hier.» Gemacht wurden die Aufnahmen in einem Internetcafé in der syrischen Stadt Rakka - unter Lebensgefahr. Eine Frau war offenbar dazu bereit, mit einer versteckten Kamera das Leben in der Terrorhochburg festzuhalten. Rakka ist eines der wichtigsten Zentren des von der IS errichteten Kalifats. Zurzeit wird die Stadt von den USA bombardiert.

Das heimlich gefilmte Video zeigt auch, wie die Mutter der jungen Dschihadistin offenbar weint. Die Tochter versucht sie zu beruhigen: «Das, was du im Fernsehen siehst, ist falsch. Die übertreiben», sagt sie. Nicht nur das Internet-Café filmte die mutige Einwohnerin von Rakka mit der versteckten Kamera, sondern auch das Leben auf der Strasse. Hier sind die Regeln für Frauen besonders streng.

Frauen tragen Kalaschnikows

Denn auf dem Video ist zu sehen, wie plötzlich ein Auto anhält und die Frau dazu aufgefordert wird, ihr Gesicht besser zu bedecken. Der Sittenwächter im Auto sagt: «Du musst besser aufpassen und dich verhüllen. Gott liebt verhüllte Frauen.» Überall auf den Strassen Rakkas sind bewaffnete Männer zu sehen. Aber auch Frauen tragen über ihrer Ganzkörper-Verhüllung eine Kalaschnikow über den Schultern.

Rakka steht seit August 2013 unter der Kontrolle des «Islamischen Staates». Seitdem gelten dort die strengen Regeln der Sharia. Frauen dürfen nur komplett verhüllt auf die Strasse. Es wird keine westliche Werbung bei Shops geduldet. Der Verkauf von Alkohol ist verboten. Christen müssen Schutzgeld zahlen. Die meisten von ihnen sind mittlerweile aus der Stadt geflohen.

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