Krieg in Syrien: Hier schlägt der Westen zu
Aktualisiert

Krieg in SyrienHier schlägt der Westen zu

Die USA und ihre Verbündeten konzentrieren ihre Truppen: Die Koalition wird wahrscheinlich in zwei Angriffswellen militärische und infrastrukturelle Ziele ins Visier nehmen.

von
P. Dahm

Ein Angriff auf Ziele in Syrien steht offenbar unmittelbar bevor. Die USA und ihre Verbündeten ziehen ihre Truppen zusammen. Der Aufmarsch findet unter anderem auf Zypern statt: Der dortige britische Militärstützpunkt liegt keine 200 Kilometer vom Einsatzort Syrien entfernt.

Die Strategie

Airline-Piloten sagten dem «Guardian», sie hätten beim Flug über das Mittelmeer mehrere Kampfjet-Formationen auf dem Radar ausgemacht und Transportflugzeuge vom Typ C-130 Hercules gesichtet.

Der Westen wird einen auf ein bis zwei Tage begrenzten Einsatz gegen das Regime von Baschar al-Assad durchführen, spekulierten US-Medien. Ausserdem solle der Angriff aus der Ferne geführt werden: Boden-Truppen spielen also keine Rolle. Vieles deutet darauf hin, dass die Attacke ähnlich ablaufen könnte wie vor zwei Jahren in Libyen. Als Washington und seine Verbündeten Muammar al-Gaddafi bekämpften.

Erste Welle: Marschflugkörper gegen militärische Ziele

Damals begann die Militäraktion mit dem Abschuss von über 100 Cruise Missiles. Diese ebnen quasi der zweiten Welle den Weg: Sie schalten Flugabwehrstellungen aus und werden in militärische Gebäude wie Kasernen gelenkt. Abgefeuert werden können sie von vier im Mittelmeer liegenden Zerstörern. Einer davon, die USS Barry, war auch dabei, als Libyens Diktator gestürzt wurde.

Im Roten Meer liegt ausserdem USS Harry S. Truman vor Anker: Der Flugzeugträger wird von einer Armada von Schiffen geschützt, die ebenfalls Marschflugkörper an Bord haben. Zur Kampfgruppe gehören zwei Lenkwaffenkreuzer, zwei bis drei Zerstörer, eine Fregatte und zwei U-Boote. Erst wenn ihre Lenkwaffen mit einer Reichweite von 1700 Kilometern Radaranlangen und Luftabwehrstellungen sowie Kommunikationseinrichtungen zerstört haben, kann die zweite Welle anlaufen.

Noch in der ersten Welle könnten amerikanische B-2-Bomber zum Einsatz kommen. Weil die Jets für das Radar unsichtbar sind, könnten sie schwere, Bunker brechende Bomben ins Zielgebiet tragen und gut gesicherte Stellungen der syrischen Armee angreifen. 2011 flogen die Maschinen auch im Libyen-Konflikt Einsätze von ihrer Basis in Missouri aus.

Zweite Welle: Bomben gegen Assads Infrastruktur

Die zweite Hauptlast eines Angriffs werden Bomber tragen. Entsprechende Staffeln sind in Grossbritannien, Deutschland und Italien stationiert. Dem Krisenherd am nächsten liegen die Stützpunkte auf Zypern und in Incirlik in der Türkei, wo Jagdbomber vom Typ F-15 «Eagle» und F-16 «Falcon» sowohl Boden wie auch Luftziele bekämpfen können.

In dieser zweiten Welle nehmen die Piloten nach den militärischen Objekten die Infrastruktur von Assads Machtclique ins Visier. Behörden wie das Innenministerium inmitten der Millionenmetropole Damaskus werden bombardiert werden. Nicht zuletzt werden dann auch symbolische Ziele wie der Präsidentenpalast attackiert.

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