Immobilien-Analyse: Hier sind Ihre Haustiere willkommen
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Immobilien-AnalyseHier sind Ihre Haustiere willkommen

Eine Auswertung von Wohnungsinseraten zeigt: In puncto Haustiere gibt es einen Stadt-Land- und einen Röstigraben.

von
Nikolai Thelitz
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Hunde- und Katzenfans freuts: In einer Wohnung im beschaulichen Münchwilen AG nahe des Rheins in 63 Prozent der Fälle ein Haustier halten.

Hunde- und Katzenfans freuts: In einer Wohnung im beschaulichen Münchwilen AG nahe des Rheins in 63 Prozent der Fälle ein Haustier halten.

Auf Platz zwei der haustierfreundlichsten Gemeinden der Schweiz landet Zuzwil im Kanton Aargau. 62% der Inserate erlauben Haustiere.

Auf Platz zwei der haustierfreundlichsten Gemeinden der Schweiz landet Zuzwil im Kanton Aargau. 62% der Inserate erlauben Haustiere.

«Ich bin völlig überrascht», sagt Roland Hardegger, Gemeindepräsident von Zuzwil. Die Gemeinde liege im Grünen und habe zahlreiche Fuss- und Wanderwege, die von den Einwohnern rege genutzt würden. «In Zuzwil wohnen viele Hundehalter.»

«Ich bin völlig überrascht», sagt Roland Hardegger, Gemeindepräsident von Zuzwil. Die Gemeinde liege im Grünen und habe zahlreiche Fuss- und Wanderwege, die von den Einwohnern rege genutzt würden. «In Zuzwil wohnen viele Hundehalter.»

Keystone/Walter Bieri

Wer in seiner Wohnung ein Haustier halten will, hat es oft nicht leicht. Eine Analyse von 2,5 Millionen Homegate-Inseraten zeigt, dass nur 13 Prozent der Inserenten eine Haustierhaltung erlauben. Dieser Wert unterscheidet sich jedoch von Gemeinde zu Gemeinde stark. So darf man in einer Wohnung im beschaulichen Münchwilen AG nahe des Rheins in 63 Prozent der Fälle ein Haustier halten. Auf Platz zwei der haustierfreundlichsten Gemeinden der Schweiz landet Zuzwil im Kanton St. Gallen.

Wer hingegen in den grossen Städten ein Haustier halten will, hat weniger Chancen. In Zürich ist dies nur in 14 Prozent der Fälle möglich. In Bern sind es 17, in Basel 16 Prozent. Besonders schlecht sieht es für Haustierfreunde dabei in den Westschweizer Städten aus: Nur in 4 Prozent der Genfer Wohnungen war die Haltung erlaubt, in Lausanne sind es 6 Prozent. Berücksichtigt wurden alle Gemeinden, in denen von 2002 bis 2016 mindestens 100 Wohnungen ausgeschrieben waren, sind zu wenig Inserate vorhanden, wird der Bezirks- oder Kantonsdurchschnitt verwendet.

«Mussten neue Robidogs aufstellen»

«Ich bin völlig überrascht», sagt Roland Hardegger, Gemeindepräsident von Zuzwil. Die Gemeinde liege im Grünen und habe zahlreiche Fuss- und Wanderwege, die von den Einwohnern rege genutzt würden. «In Zuzwil wohnen viele Hundehalter.» Auch im 900-Seelen-Dorf Münchwilen hat man den Spitzenplatz nicht erwartet. «Die Lage des Dorfes am Waldrand ist attraktiv für Hündeler, aber das ist in anderen ländlichen Gemeinden auch so», sagt Gemeindeammann Willy Schürch.

Ausschlaggebend für die hohe Quote sei eventuell eine neu erstellte Wohnsiedlung, die viele der Mietwohnungen im sonst von Einfamilienhäusern dominierten Münchwilen beherberge. «Vor ein paar Jahren wurde sie fertiggestellt, und dort darf man meines Wissens Haustiere halten.» Auf das Wachstum in der Gemeinde habe man mit neuen Robidog-Stationen reagiert Auch im zweitplatzierten Zuzwil wurde viel gebaut. «Als ich vor 13 Jahren mein Amt angetreten habe, gab es noch tausend Einwohner weniger», so Hardegger.

«Deutschschweizer sind wohl pingeliger»

Neben den Unterschieden zwischen Stadt und Land zeigt die Auswertung auch einen Röstigraben: Am anderen Ende der Rangliste finden sich vor allem Gemeinden im Welschland, dem Wallis und dem Tessin. Beim Mieterverband glaubt man jedoch nicht, dass die welschen Vermieter keine Haustiere mögen. «Das wäre mir völlig neu», sagt Generalsekretär Michael Töngi. Stattdessen erklärt er sich die Unterschiede in einer unterschiedlichen Disziplin beim Erstellen des Inserats. «Die Deutschschweizer sind wohl pingeliger und erfassen genau, wann Tiere erlaubt sind und wann nicht, während die Romands das eher informell regeln.»

Auch könne ein Vermieter die Haltung «unproblematischer Kleintiere» wie Hamster, Wellensittiche oder Zierfische nicht verbieten, solange sie nicht in grosser Zahl gehalten werden. «Nach Ansicht gewisser Mietrechtsexperten gelten sogar Katzen als unproblematische Kleintiere, solange sie die Wohnung nicht verlassen», so Töngi.

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