Drama in Mariupol – «Hier sind Kinder» – Russland soll Theater trotz Warnung bombardiert haben

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Drama in Mariupol«Hier sind Kinder» – Russland soll Theater trotz Warnung bombardiert haben

Das Theater von Mariupol ist bei einem Angriff zerstört worden. Satellitenbilder zeigen nun: Es ist in grossen weissen Buchstaben davor gewarnt worden, dass sich im Gebäude Zivilisten befinden.

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Satellitenaufnahmen zeigen, dass in grosser Schrift darauf aufmerksam gemacht wurde, dass sich Kinder im Theater befinden.

Satellitenaufnahmen zeigen, dass in grosser Schrift darauf aufmerksam gemacht wurde, dass sich Kinder im Theater befinden.

Satellite image ©2022 Maxar Tech
Diese Aufnahme soll das zerstörte Theater zeigen,

Diese Aufnahme soll das zerstörte Theater zeigen,

Twitter/Dmytro Kuleba
Im Gebäude sollen sich zum Zeitpunkt des Angriffs rund tausend Schutzsuchende befunden haben.

Im Gebäude sollen sich zum Zeitpunkt des Angriffs rund tausend Schutzsuchende befunden haben.

REUTERS

Darum gehts

  • Nach dem Angriff auf ein Theater in Mariupol rechnet Ukraine-Präsident Wolodimir Selenski mit «Hunderten» Toten.

  • Satellitenaufnahmen zeigen, dass das Wort «Kinder» in grosser Schrift auf der Vorder- und Rückseite des Theaters geschrieben war.

  • US-Präsident Biden bezeichnet Russland-Präsident Putin als «Kriegsverbrecher». Am Donnerstag soll der UN-Sicherheitsrat zu einer Dringlichkeitssitzung zusammenkommen.

Russlands Krieg gegen die Ukraine trifft offenbar immer stärker die dortige Zivilbevölkerung. Der Bürgermeister des belagerten Mariupol warf der russischen Armee vor, ein Theater der Stadt mit mehr als tausend Schutzsuchenden darin bombardiert zu haben. Dabei war das Theater offenbar als zivile Schutzeinrichtung markiert worden. Auf Satellitenbildern des privaten US-Unternehmens Maxar vom Montag war zu sehen, dass an Vorder- und Rückseite des Gebäudes in grossen Buchstaben das Wort «Kinder» auf Kyrillisch auf den Boden geschrieben worden war.

Der Vorfall sei eine «weitere Tragödie» in der Stadt, schrieb Bürgermeister Wadim Bojchenko in der Nacht zu Donnerstag auf seinem Telegram-Kanal. «Wir werden dies nie verzeihen», so der Bürgermeister. Bojchenko sagte weiter: «Das einzige Wort, das beschreibt, was heute geschehen ist, ist Genozid». Das Verbrechen sei unfassbar, «wir wollen unsere Augen schliessen und den Alptraum vergessen, der heute geschehen ist».

Biden bezeichnet Putin als «Kriegsverbrecher»

Der ukrainische Präsident Wolodimir Selenski teilte in einer Videobotschaft mit, die Menschen hätten dort Schutz vor Beschuss gesucht. Nun sei das Gebäude zerstört. Man habe noch keine Informationen zu Todesopfern. Auch wurden am Mittwoch Angriffe auf einen Flüchtlingskonvoi sowie auf Zivilisten in Tschernihiw und Kiew gemeldet. US-Präsident Joe Biden bezeichnete Kreml-Chef Wladimir Putin als «Kriegsverbrecher».

Selenski vermutet «Hunderte» Opfer. Der Eingang des Schutzraums in dem Theater wurde laut Mariupoler Stadtverwaltung «durch Trümmer blockiert». Ein von den Behörden veröffentlichtes Foto zeigte offenbar, dass der mittlere Teil des Theaters völlig zerstört war und dichter Rauch darüber aufstieg.

Russland gibt der Ukraine die Schuld

Das russische Verteidigungsministerium dementierte den Angriff auf das Theater. Wie schon nach den Angriffen auf eine Geburtsklinik in Mariupol vergangene Woche erklärte Moskau, die Explosion gehe auf das Konto der nationalistischen ukrainischen Asow-Brigade.

Wladimir Putin rechtfertigt den Krieg.

20min

Am Mittwoch war nach ukrainischen Angaben nahe Mariupol zudem ein Raketenangriff auf einen Flüchtlingskonvoi verübt worden, bei dem mehrere Menschen starben. Im nördlichen Tschernihiw eröffneten russische Soldaten laut ukrainischer Generalstaatsanwaltschaft das Feuer auf Menschen, die vor einem Lebensmittelladen anstanden. In der Hauptstadt Kiew starben am Mittwochmorgen laut ukrainischem Rettungsdienst zwei Menschen beim Beschuss eines Wohnhauses. Seit Kriegsbeginn wurden nach ukrainischen Behördenangaben 103 Kinder getötet. 

WHO nennt Angriffe auf Gesundheitseinrichtungen «Kriegstaktik»

Die USA, Grossbritannien, Frankreich und weitere europäische Staaten beantragten wegen der sich zuspitzenden Lage in der Ukraine für Donnerstag eine Dringlichkeitssitzung des UN-Sicherheitsrats. «Russland begeht Kriegsverbrechen und nimmt Zivilisten ins Visier», erklärte die britische Vertretung bei den Vereinten Nationen. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) erklärte, Angriffe auf Gesundheitseinrichtungen seien mittlerweile «Teil der Kriegsstrategie und -taktik». 

Beschäftigt dich oder jemanden, den du kennst, der Krieg in der Ukraine?

Hier findest du Hilfe für dich und andere:

Fragen und Antworten zum Krieg in der Ukraine (Staatssekretariat für Migration)

Kriegsangst?, Tipps von Pro Juventute

Dargebotene Hand, Sorgen-Hotline, Tel. 143

Pro Juventute, Beratung für Kinder und Jugendliche, Tel. 147

Anmeldung und Infos für Gastfamilien:

(AFP/DPA/job)

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