Sissach BL: Hier sollte eigentlich ein Fluss sein
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Sissach BLHier sollte eigentlich ein Fluss sein

Die Ergolz führt ungewöhnlich wenig Wasser. Es sehe aus wie ein «neuer Wanderweg», bemerkt eine Sissacherin. Normalerweise habe es um die Jahreszeit dort Fische.

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Hier sollte eigentlich die Ergolz fliessen.

Hier sollte eigentlich die Ergolz fliessen.

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Daten der Messstationen des Bundesamts für Umwelt zeigen, dass die Abflussmengen der Ergolz unter den Vorjahreszahlen liegen. Und das mehrere Zuflüsse flussabwärts.

Daten der Messstationen des Bundesamts für Umwelt zeigen, dass die Abflussmengen der Ergolz unter den Vorjahreszahlen liegen. Und das mehrere Zuflüsse flussabwärts.

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Laut Marin Huser, Leiter der Abteilung Oberflächengewässer beim Baselbieter Amt für Umweltschutz und Energie, könnte sich die Situation bei ausbleibenden Niederschlägen weiter zuspitzen.

Laut Marin Huser, Leiter der Abteilung Oberflächengewässer beim Baselbieter Amt für Umweltschutz und Energie, könnte sich die Situation bei ausbleibenden Niederschlägen weiter zuspitzen.

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Ein Wanderweg hinter dem Haus ist etwas Schönes – allerdings nicht, wenn dort im Jahr zuvor noch ein Fluss war. So ergeht es zurzeit der Gemeinde Sissach. «Eigentlich die Ergolz, im Moment aber neuer Wanderweg», bemerkt eine Sissacherin auf Facebook. Sie wohne schon seit zehn Jahren in der Nähe des Flusses und habe ihn noch nie so trocken gesehen, sagt sie gegenüber 20 Minuten.

«Schlimm», kommentiert eine andere Sissacherin auf der Plattform. «Jetzt brauchen die Fische ein Velo», merkt ein weiterer User ironisch an.

Daten zeigen ungewöhnliches Tief

Ein Blick in die Daten der Messstationen des Bundesamts für Umwelt verrät, dass der Fluss ungewöhnlich wenig Wasser führt. Während es normal ist, dass Wasserstand und Abflussmenge im Herbst sinken, liegt vor allem der zweite Wert deutlich unter den Vorjahreszahlen.

In Liestal, einige Zuflüsse flussabwärts von Sissach gemessen, flossen in den vergangenen Tagen nie mehr als 0,25 Kubikmeter Wasser pro Sekunde die Ergolz herab. Im Oktober 2017 waren es noch 0,52 Kubikmeter pro Sekunde im Monatsdurchschnitt.

«Es ist zu befürchten, dass es noch schlimmer wird»

Laut Marin Huser, Leiter der Fachstelle Oberflächengewässer beim Baselbieter Amt für Umweltschutz und Energie, ist der Hitzesommer in Kombination mit ausbleibenden Regenfällen schuld an austrocknenden Gewässern. «Die Situation ist Vergleichbar mit dem Sommer 2003. Damals trocknete der Homburgerbach aus», sagt er.

«Sollte das Wetter weiterhin schön bleiben, ist zu befürchten, dass die Lage noch schlimmer wird», so Huser. Denn bei langanhaltenden Trockenperioden würden die Grundwasserpegel sinken, die auch die Fliessgewässer speisen. Zwischenzeitliche Platzregen seien für eine Erholung nicht ausreichend, weil die Böden das Wasser in der kurzen Zeit nicht aufnehmen könnten.

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