13.07.2020 07:55

Pop-up-Freundeskreis in Zürich

Hier speist man unter Freunden

Gastgeber Maximilian Baumann und Koch Alexander Jakob betreiben bereits ihr sechstes Pop-up-Resti. Auf dem Werkhof der Kibag in Zürich-Wollishofen zeigen sie bis am 1. August ihr ganzes Können.

von
Lucien Esseiva
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Die neuste Perle der Zürcher Pop-up-Gastronomie heisst Freundeskreis. Bis am 1. August gastiert das Projekt auf dem Werkhof der Kibag in Zürich-Wollishofen.

Die neuste Perle der Zürcher Pop-up-Gastronomie heisst Freundeskreis. Bis am 1. August gastiert das Projekt auf dem Werkhof der Kibag in Zürich-Wollishofen.

Saara Gerber
Die Macher: Gastgeber Maximilian Baumann und Chefkoch Alexander Jakob

Die Macher: Gastgeber Maximilian Baumann und Chefkoch Alexander Jakob

Für die sechste Ausgabe ihres Projekts Freundeskreis haben sie sich auf der Werkhof der Kibag, gleich neben der Roten Fabrik eingerichtet.

Für die sechste Ausgabe ihres Projekts Freundeskreis haben sie sich auf der Werkhof der Kibag, gleich neben der Roten Fabrik eingerichtet.

Das Pop-up-Restaurant Freundeskreis um Gastgeber Maximilian Baumann und Koch Alexander Jakob lebt von Gegensätzen. Während Arbeiter auf dem Werkhof der Kibag, neben der Roten Fabrik am ­Zürichsee, mit Hochdruck das Kiessilo auswaschen, speisen gleich daneben um die 70 Personen pro Abend bei Kerzenschein an weiss gedeckten ­Tischen.

Der Freundeskreis öffnet Mittwoch bis Samstag jeweils ab 18 Uhr, Essen wird ab 20 Uhr serviert. Da trifft es sich gut, dass die Macher ihre Weinkarte sorgfältig sortiert haben (es gibt sogar Zürcher Rosé!) und dass die Bar unter der Leitung von Barchef David erfrischende Drinks kredenzt, die man in dieser Güte oft lange suchen muss. Die Spirituosen wurden verfeinert, die Mixgetränke von Küchenchef Alex persönlich hergestellt.

Apérölen ist erwünscht – auch ohne Reservation

Die Bar im Freundeskreis kann man ungeniert auch ohne Reservation besuchen.

Die Bar im Freundeskreis kann man ungeniert auch ohne Reservation besuchen.

Die Weinkarte.

Die Weinkarte.

Die Cocktailkarte.

Die Cocktailkarte.

So geht Pop-up in professionell

Pop-up-untypisch ist der äusserst aufmerksame und professionelle Service, die Gerichte von Alexander Jakob, die zum Teil aus dem Big Green Egg kommen, überraschen mit Qualität und kreativer Kochkunst. Ausnahmslos alles, was auf den Tisch kommt, ist hausgemacht. Vom Brot, der süssen Butter bis hin zu den Edamame-Tortellini – bei Jakob kommt nichts aus der Tüte. Und man nimmt sich Zeit. Die Short Ribs vom Rind dürften, bevor sie auf dem Teller brillieren, Stunden im Räuchergrill verbracht haben.

Der Freundeskreis schafft den Spagat zwischen nonchalantem Pop-up und qualitativer Gastronomie mit erfrischender Leichtigkeit. Und die Location ist ein Hit. Denn sie ist keine Kulisse für ein hippes Schauspiel, hier wird noch echt gearbeitet.

Das Menü im Freundeskreis

Kombucha-Sauerteigbrot
mit Olivenöl, Butter mit Chiliflocken, süsser Sojasauce und Humus
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Gazpacho mit Speckchips und Daikonsprossen
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Edamame-Tortellini mit Ricotta und Parmesan
Konfierte Datterini-Tomaten und Tomatenschaum
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Warm geräuchte Felchen
mit verkohlten gelben Randen und Blumenkohl
und asiatischer Vinaigrette
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Geräuchte Rinds-Short-Ribs
mit süssem Chili-Jus
und weissem und rotem Kabis-Kimchi
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Grüntee-Matcha-Küchlein
Zitronengras-Sorbet
Frische Beeren
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Als Friandise
tiefgekühlte Macarons

Den 6-Gänger gibt es für 95, das Vegi-Menü für 85 Franken.

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2 Kommentare
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Nick Nick

14.07.2020, 15:19

Das schicke Atmosphäre ist schwierig zu toppen. Schöner wäre das Dinieren höchstens in einer Verschrottungsanlage. Hauptsache, verkrampft ungezwungen.

Michael L

13.07.2020, 09:30

war schon mal dabei. Das Essen war gut, es war sehr harmonisch, lustig und man fühlte sich wohl. Dennoch finde ich den Preis zu hoch angesetzt. Für 450 Fr zu zweit erwarte ich von der Gastronomie etwas mehr und dies bieten auch sehr viele Gastronomen in der Schweiz