Lustige Videos: Hier spielen Schweizer Soldaten «Jurassic Park»

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Lustige VideosHier spielen Schweizer Soldaten «Jurassic Park»

Sie machen Purzelbäume oder spielen Dinosaurier: Ein Armee-Blödel-Account auf TikTok sorgt für erheiterte, aber auch kritische Kommentare.

von
daw

Sorgt für etwas Zerstreuung: Durchdiener zeigen ihr Schauspieltalent. (Video: @dailyswissmilitary via TikTok)

Ein bisschen Spass muss sein, sagen sich die Infanteristen einer Durchdiener-RS: Auf dem TikTok-Kanal «dailyswissmilitary» unterhalten sie über 1000 Follower mit Blödel-Videos aus dem Dienst – Tendenz steigend.

Besonders beliebt: Zwei Soldaten mimen Dinosaurier und spielen «Jurassic Park» nach. Sie purzeln aber auch einfach mal einen Abhang hinunter oder schieben sich auf dem Fahrgestell der Transporttasche durch die Kaserne (siehe Video).

«Sie haben die Atombombe, wir Dinosaurier»

Viele Kommentatoren reagieren belustigt auf die Videos: «Sie haben die Atombombe, wir Dinosaurier», schreibt einer. Ein anderer: «So sehen die Kameraden jeder westlichen Armee aus, wenn man sie zu lange kaserniert.»

Vereinzelt gibts auch kritische Bemerkungen: «Peinlich für uns Schweizer, wenn ihr so weitermacht» oder «Meine Damen und Herren, ich präsentiere unsere Steuergelder», heisst es etwa. Die Kritik hält ein User für unangebracht: «Sie sollen es lustig haben. Sonst dreht man durch in der Armee.»

Verstoss gegen die Dienstvorschriften

Armee-Sprecher Stefan Hofer hat jedoch keine Freude am Account. «Die Armee ist sich bewusst, dass solche Videos zunehmend über die sozialen Medien verbreitet werden. Die Verbreitung solcher Filme oder Fotos, die im Militärdienst gemacht wurden, verstösst aber gegen die Dienstvorschriften.» Er gehe nicht davon aus, dass er vom Kommandanten bewilligt worden sei.

Laut Hofer greift die Armee dann ein, wenn die Beiträge «gegen Sicherheitsvorschriften verstossen, rassistisch, sexistisch, gewaltverherrlichend oder menschenverachtend» seien. Für eine Lockerung der Social-Media-Policy gebe es keinen Anlass.

«Wir machen nichts Gefährliches»

G.M.* ist der Armeeangehörige, der den Account betreut. Er sagt, er habe gewusst, dass es wegen des Ansehens der Armee untersagt sei, Videos zu drehen. Aber: «Wir machen in diesen Videos weder etwas Schlechtes noch etwas Gefährliches.» Ein Video stamme sogar vom Facebook-Account seiner RS.

Die Videos machten weniger als 0,1 Prozent des Pensums aus. Der Kanal sei ein Mittel, um die Leute zu unterhalten. «Diese sehen, was man tut, um die Moral hochzuhalten in diesen langen Tagen.»

* Name der Redaktion bekannt

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