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Mauer vor dem KopfHier staunt selbst der Architekt Bauklötze

Treppen ins Nichts, brennend heisse Fassaden oder sinnlose Brücken - eine kleine Auswahl der grössten architektonischen Sünden.

von
Benjamin Rosch

In einem spanischen Prestige-Bau, einem 47-stöckigen Hochhaus, hat der Architekt angeblich den Lift vergessen. Diese Meldung entpuppte sich als Zeitungsente. Mit einer solchen Panne wäre er aber bei weitem nicht allein gewesen. Im Berliner Flughafen beispielsweise waren die Rolltreppen immerhin vorhanden – allerdings waren sie viel zu kurz. Über das jüngste Ereignis der grössten Verkehrsbaustelle Europas berichtete die «Berliner Morgenpost». Statt dass nun längere Rolltreppen gekauft werden, sollen vier Steinstufen die zu kurzen Exemplare ergänzen.

Es gibt Gebäude, die wären eigentlich intakt, kämpfen aber mit der Unterlage. Berühmtestes Beispiel ist hier sicher der Turm von Pisa. Bei anderen Bauten hapert es dagegen mit der Fassade: Die Walt Disney Concert Hall in Los Angeles spricht den Betrachter mit ihrem futuristischen Design an. Die Oberfläche des Stahlgebäudes reflektiert die Sonne jedoch so gut, dass einige umliegende Wohnungen auf bis zu 60 Grad Celsius erhitzt wurden. Auch Autofahrer wurden geblendet, weshalb die Fassade behandelt werden musste.

Denkfehler bei Planung und Pfusch beim Bau können jedoch fatale Folgen haben. In New York steht mit dem Citigroup Center ein Gebäude, das wochenlang eine tickende Zeitbombe war. Erst nachdem ein Student eklatante Sicherheitsmängel bemerkt hatte, wurde jeweils nachts am Wolkenkratzer in Manhattan gearbeitet. Dem jungen Mann war aufgefallen, dass das 279 Meter hohe Gebäude bei einem Sturm wohl einfach gekippt wäre - unter anderem deshalb, weil die ausführende Baufirma statt der vorgesehenen Schweissnähte mit Bolzenverbindungen arbeitete. Die Angelegenheit wurde lange Zeit unter den Teppich gekehrt.

In unserer obigen Bildstrecke finden Sie eine aus den Weiten des Internets zusammengetragene Sammlung von Pleiten, Pech und Pannen der Architektur.

Wurden auch Sie schon Opfer von Baupfusch? Schicken Sie uns Ihre Bilder an feedback@20minuten.ch oder per MMS an die Nummer 2020!

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