Kreuzlingen TG: Hier stehen 19 Autos im Parkverbot
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Kreuzlingen TGHier stehen 19 Autos im Parkverbot

Regelmässig stehen Autofahrer in der Schulstrasse in Kreuzlingen TG im Parkverbot. Ein Kreuzlinger hat am Montag gleich 19 Autos auf einmal erwischt.

von
taw
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Kreuzlingen Schulstrasse. Aufgenommen am Montagabend (19.11.2018).

Kreuzlingen Schulstrasse. Aufgenommen am Montagabend (19.11.2018).

privat
19 Autos stehen im Parkverbot.

19 Autos stehen im Parkverbot.

privat
Kein Einzelfall.

Kein Einzelfall.

Facebook/Parkkünstler Schweiz

«Fast jeden Abend hat es hier Autos, die im Parkverbot stehen», so ein 38-jähriger Kreuzlinger. Gemeint ist die Schulstrasse in Kreuzlingen. Am Montagabend waren es sogar 19 Autos, die er gezählt hat. Ihn rege das enorm auf: «Allgemeine Parkverbote stehen nicht einfach so aus Spass da, sie haben einen Grund.» Er verstehe die Autofahrer auch deshalb nicht, weil es in der Nähe ja zwei grössere Parkplätze habe, die Leute seien schlicht zu faul, 150 bis 200 Meter weiter zu gehen.

Er hielt die Szenerie fest und schickte sie an die Facebook-Gruppe Parkkünstler Schweiz. Dort werden regelmässig Falschparkierer an den Pranger gestellt, natürlich anonym. Der Initiant der Seite will Lenker damit zum Umdenken bewegen.

86 Bussen seit dem 1. Oktober

Auch für Matthias Graf, Sprecher der Kantonspolizei Thurgau, sind 19 Falschparker auf einmal eine stolze Anzahl. Ob und wie viele gebüsst wurden, kann er allerdings nicht sagen. In Kreuzlingen sei in erster Linie die Stadt für Parkbussen zuständig.

Laut Albert Schuler, Leiter Ordnungsdienst und Häfen in Kreuzlingen, wurden an der Schulstrasse seit dem 1. Oktober schon 86 Parkbussen ausgestellt. Er könne auch erklären wieso. Ende September war Spatenstich für den Erweiterungsbau der PH Thurgau, die in unmittelbarer Nähe liegt. Dadurch wurden die Parkplätze an der Schulstrasse aufgehoben. Ersatzparkplätze werden beim Heizkraftwerk Campus zur Verfügung gestellt. Für die Lehrer des Schreiberschulhauses sind reservierte Parkplätze auf dem Bärenplatz eingerichtet. «Wir wissen, es ist eine angespannte Situation, weil Parkplätze aufgehoben wurden», so Schuler. Das rechtfertige aber nicht, dass man sein Auto einfach ins Parkverbot stellt, zumal es Alternativen gäbe, etwa auch am Hafen. Doch: «Wenn man mit dem Auto nicht direkt in den Laden fahren kann, ist es zu weit. So ist eben die Mentalität bei vielen.»

Ab 10 Stunden gibt es eine Anzeige

Orte, an denen besonders häufig falsch parkiert wird, können die Kantonspolizeien St. Gallen und Thurgau nicht ausmachen, das liege auch daran, dass einzelne Städte, wie auch Kreuzlingen, selbst für den ruhenden Verkehr zuständig sind. Laut Gian Andrea Rezzoli, Sprecher der Kapo SG, kommt es aber regelmässig bei Veranstaltungen vor, dass Lenker falsch parkieren. «Auch bei Beerdigungen stellen die Leute ihre Autos oft rund um die Kirche und haben dann wenig Verständnis, warum das nicht geht und sie gebüsst werden.»

Büssen kann die Polizei nur bei öffentlichen Parkplätzen. Laut Graf erhält, wer im Parkverbot steht, eine Ordnungsbusse in Höhe von 40 Franken. Wenn er vier bis sechs Stunden falsch steht, beläuft sich die Busse bereits auf 60 Franken. Bis zu zehn Stunden sind es 100 Franken, danach gibt es eine Anzeige. Steht das Auto derart verkehrsbehindernd, dass es abgeschleppt werden muss, werde es nochmals teurer.

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