Frieden mit der FARC: «Hier steht viel auf dem Spiel»
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Frieden mit der FARC«Hier steht viel auf dem Spiel»

Kolumbianische Regierungsunterhändler und Rebellen der FARC haben sich am Mittwoch zu ersten Friedensgesprächen in Oslo getroffen. Die Verhandlungen könnten sich über Monate hinstrecken.

Vertreter der kolumbianischen Regierung brechen am 15. Oktober auf einem Militärflughafen in Bogota zu den Friedensverhandlungen nach Oslo auf.

Vertreter der kolumbianischen Regierung brechen am 15. Oktober auf einem Militärflughafen in Bogota zu den Friedensverhandlungen nach Oslo auf.

Vertreter der kolumbianischen Regierung und der linksgerichteten Guerillaorganisation FARC haben an einem geheimen Ort in Norwegen Friedensgespräche aufgenommen. Die Delegationen reisten am Mittwoch an. Für den (heutigen) Donnerstag waren zwei separate Pressekonferenzen angekündigt.

Die Vertreter wollten zunächst einen Fahrplan für Hauptverhandlungen in Havanna auf Kuba ausarbeiten und sich über die Rolle der Delegierten aus Norwegen und Venezuela einig werden, hiess es aus Kreisen der Abordnung der kolumbianischen Regierung. Venezuela soll unter Staatspräsident Hugo Chávez im vergangene Jahrzehnt Vertretern der FARC Unterschlupf gewährt haben.

«Hier steht viel auf dem Spiel», sagte der Direktor der Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch in Europa, der Norweger Jan Egeland, am Mittwoch. Sowohl die Rebellen der FARC als auch Regierungstruppen und Paramilitärs hätten Blut an ihren Händen, sagte Egeland. Als ehemaliger UN-Sondergesandter für Kolumbien war er bereits an gescheiterten Friedensverhandlungen von 1999 bis 2002 beteiligt.

Verhandlungen könnten Monate dauern

Es ist unklar, wie lange die Gespräche in Norwegen dauern und wann die Delegationen den Prozess in Havanna fortsetzen. Über einen Zeitraum von sechs Monaten liefen bis August geheim gehaltene Vorverhandlungen in Havanna zur Lösung des bereits seit fast einem halben Jahrhundert dauernden Konfliktes zwischen Regierung und den Guerilleros der FARC. Die Verhandlungen könnten mehrere Monate in Anspruch nehmen.

Ursprünglich waren erste Gespräche für vergangen Montag angesetzt, doch logistische Probleme und die notwendige Aussetzung von Haftbefehlen führten zu Verzögerungen. So bestand die FARC darauf, dass die 34-jährige niederländische Staatsbürgerin Tanja Nijmeijer in Norwegen dabei sollte. Die Frau wird von den USA im Zusammenhang mit Terrorismusvorwürfen gesucht. (dapd)

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