Aktualisiert 22.11.2013 11:35

Mit dem Pass im Sack

Hier verlässt Marco Weber das Gefängnis

Am Mittwoch hat ein Gericht in Russland den Schweizer Greenpeace-Aktivisten Marco Weber gegen Kaution auf freien Fuss gesetzt. Jetzt hat Weber das Gefängnis verlassen. Auch der Kapitän ist frei.

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kub/loo

Der Greenpeace-Aktivist Marco Weber, der zwei Monate in Russland in Haft sass, hat das Gefängnis verlassen. Dies bestätigt der Mediensprecher von Greenpeace Schweiz, Yves Zenger. Weber werde von einem Greenpeace-Team vor Ort in Empfang genommen. Vorerst werde er von der Öffentlichkeit abgeschirmt, damit er sich von seinen schwierigen Haftbedingungen erholen könne, sagte Zenger gegenüber 20 Minuten. Seinen Pass habe der Aktivist «offenbar» zurückerhalten. Zudem habe er eine Spezialbewilligung für den Aufenthalt in Russland, da er kein Visum besitze. Wann er ausreisen darf, ist noch nicht klar.

Er sei überwältigt und sprachlos, sagte Marco Weber kurz nach der Entlassung aus dem Gefängnis den Medien vor Ort. Danach sei er mit seinem Anwalt in Richtung Hotel gefahren, erzählt SRF-Korrespondent Christof Franzen.

Am Mittwoch hat ein Gericht in St. Petersburg entschieden, dass Weber gegen Kaution auf freien Fuss gesetzt wird.

«Ich bin noch überwältigt - erst mal raus und schauen, was läuft»

(Quelle: SRF)

Neben Weber sind auch der Kapitän des in Russland festgehaltenen Greenpeace-Schiffes «Arctic Sunrise» und zwei weitere Aktivisten wieder frei.

Die Behörden entliessen Peter Willcox aus den USA sowie einen Briten und einen Niederländer am Freitag gegen Kaution aus der Untersuchungshaft. Damit ist nun die Hälfte der 30 Besatzungsmitglieder wieder frei. Bereits am Donnerstag waren elf von ihnen entlassen worden.

Die meisten der festgenommenen Aktivisten dürfen gegen Kaution das Gefängnis verlassen. Ein Australier bleibt weiterhin in Haft. Greenpeace-Anwälte wollen Berufung einlegen.

Vorwurf: «Rowdytum»

Die russische Migrationsbehörde teilte mit, die gegen Zahlung der Kaution Freigelassenen könnten Russland erst verlassen, wenn die strafrechtlichen Ermittlungen gegen sie eingestellt würden. Allerdings zitierte die Nachrichtenagentur ITAR-Tass den russischen Anwalt Genri Resnik, wonach das russische Recht die Aktivisten nicht daran hindere, Russland bis zu ihrem Prozess zu verlassen.

Die Justiz wirft ihnen «Rowdytum» vor, worauf bis zu sieben Jahre Haft stehen. Die Umweltschützer hatten im September in der Arktis gegen Ölbohrungen protestiert, zwei von ihnen versuchten dabei, auf eine Ölplattform des russischen Konzerns Gazprom zu klettern. Russland war für das harte Vorgehen gegen die Aktivisten international scharf kritisiert worden. (kub/loo/sda)

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