Aktualisiert 10.07.2020 02:59

Hexenplatz in Bretzwil BL

Hier wächst kaum etwas, doch es liegt nicht an einem Fluch

Lange glaubte man, die beinahe kahle Stelle sei von einer Hexe verwünscht worden. Es wächst nur Gras, das Tiere nicht fressen wollen. Nun zeigt eine Untersuchung, was es mit dem Hexenplatz auf sich hat.

von
Elodie Kolb
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Auf dem Häxeblätz in Bretzwil wächst seit Jahrhunderten kaum etwas ausser Gras. Eine Legende besagt, der Platz sei von Hexen verflucht worden.

Auf dem Häxeblätz in Bretzwil wächst seit Jahrhunderten kaum etwas ausser Gras. Eine Legende besagt, der Platz sei von Hexen verflucht worden.

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Eine Untersuchung des Amtes für Umwelt und Energie zeigt jetzt, dass das Fehlen von Bäumen nicht auf Hexen zurückzuführen ist, sondern auf eine stark erhöhte Arsen- und Thalliumkonzentration.

Eine Untersuchung des Amtes für Umwelt und Energie zeigt jetzt, dass das Fehlen von Bäumen nicht auf Hexen zurückzuführen ist, sondern auf eine stark erhöhte Arsen- und Thalliumkonzentration.

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Hinweisschilder sollen auf dem Platz insbesondere Eltern auf die mögliche Gefahr für spielende Kinder aufmerksam machen.

Hinweisschilder sollen auf dem Platz insbesondere Eltern auf die mögliche Gefahr für spielende Kinder aufmerksam machen.

Wikimedia/Picswiss

Darum gehts

  • Auf dem Hexenplatz in Bretzwil BL wächst kaum etwas.
  • Lange glaubte man, die Stelle sei verflucht, da nicht einmal Tiere das Gras fressen wollten.
  • Eine Untersuchung des Bodens hat nun neue Erkenntnisse geliefert.
  • Der Platz ist nicht verflucht, sondern der Boden mit Giftstoffen belastet.

Auf dem Hexenplatz («Häxeblätz») in Bretzwil BL wächst seit Jahrhunderten kaum mehr als Gras, und selbst dieses wird von Tieren verschmäht. Lange vermuteten Anwohner einen Fluch auf dem Ort, wo Menschen hingerichtet und vermutlich mutmassliche Hexen verbrannt wurden. Eine Untersuchung des Amtes für Umweltschutz und Energie (AUE) zeigt nun, dass Gift im Boden für das Phänomen verantwortlich ist.

Das Erdreich ist schwer mit Arsen und Thallium belastet, wie die «Basler Zeitung» (Paywall) schreibt. Gemäss der Untersuchung seien die Arsenwerte um den Faktor 200 und die Thalliumwerte um den Faktor 2500 erhöht. Nur an einer anderen Stelle im Baselbiet gebe es eine vergleichbare Belastung, so das AUE gegenüber der Zeitung, nämlich bei Buus BL. Die Stoffe kämen aber natürlich im Boden vor.

Keine Gefahr für die Bevölkerung

Obwohl die beiden Substanzen in höherer Konzentration giftig seien, müsse der Platz nicht abgesperrt werden, da nur die Einnahme für Menschen eine Gefahr darstelle, heisst es im Artikel weiter. Zudem werde dort ohnehin keine Landwirtschaft betrieben.

Hinweisschilder sollen Eltern, deren Kinder dort spielen, auf die potenzielle Gefahr hinweisen, so Dominic Utinger gegenüber der Zeitung.

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7 Kommentare
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cph4

10.07.2020, 06:41

Wie ich jetzt sehe, kann die Natur sich selber vergiften. Wir Menschen können das aber noch sehr sehr viel besser. ... und tun das auch täglich tausendfach.

Karin

10.07.2020, 06:33

Und jetz müssen Schilder aufgestellt werden? Ohjeeee

Weedy Sonja

10.07.2020, 06:19

Kann man das Rauchen ?