Wittenbach SG: Hier warten hunderte Mini-Menschen auf den Zug
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Wittenbach SGHier warten hunderte Mini-Menschen auf den Zug

Der Modelleisenbahn-Club Wittenbach lud am Sonntag Interessierte in sein Vereinslokal. Nachwuchssorgen hat der Verein nicht. Immer mehr Junge würden sich am Hobby erfreuen.

von
viv

Ein Einblick in den Modelleisenbahn-Club in Wittenbach. Video: viv

Mini-Menschen, nur rund einen Zentimeter gross, spielen Tennis, fahren auf einem Rasenmäher, tanzen oder warten an den Bahnhöfen auf die heraneilenden Züge, auf nachgebauten Strassen fahren Mini-Lastwagen und Postautos – alle diese Situationen liessen sich am Sonntag im Vereinslokal des Modelleisenbahn-Club Wittenbach beobachten.

Obwohl der Altersdurchschnitt des 25 Mitglieder grossen Vereins mit rund 70 Jahren hoch ist, begeistern sich laut Club-Präsident Rolf Keller auch immer mehr Junge für das Hobby. Mittlerweile seien fünf Mitglieder unter 20. Ihr jüngstes Mitglied ist der 12-jährige Samuel Grüninger: «Es gefällt mir sehr, dass es so viele verschiedenste Aufgabengebiete gibt.» Der Steinacher bastelte kürzlich einen neuen Strassenteil der Anlage.

«Eine grosse Herausforderung, die Spass macht»

Laut Keller, der mittlerweile seit 38 Jahren Präsident ist, gründete sich der Verein vor 40 Jahren. Damals hätten sich in der Gemeinde Wittenbach sechs Personen zusammengetan und so fing alles an. «Die Anlage, wie sie jetzt steht, wurde im Jahr 1982 geplant», erzählt Keller. Über die Jahre kam Schritt für Schritt immer mehr dazu. Am Ende ist man noch lange nicht. Es gebe genügend neue Aufgaben, es werden immer wieder Details hinzugefügt oder ganze Teile ausgetauscht.

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Der Modelleisenbahn-Club Wittenbach feierte am Sonntag den Tag der offenen Tür.

Der Modelleisenbahn-Club Wittenbach feierte am Sonntag den Tag der offenen Tür.

viv
Ihre Anlage...

Ihre Anlage...

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... wird seit bald 40 Jahren stets weiterentwickelt.

... wird seit bald 40 Jahren stets weiterentwickelt.

viv

Ein 19-jähriges Mitglied des Vereins interessiert sich vor allem für die Technik hinter der Anlage: «Die Züge fehlerfrei zu lenken ist eine grosse Herausforderung, macht aber auch extrem Spass.» Auf der anderen Seite gebe es dann eben die kreativen Leute im Verein, die dafür verantwortlich seien, dass es ein schönes Landschaftsbild zu sehen gibt.

Digitalisierung hält Einzug

In Sachen Elektrik hat sich über die Zeit einiges verändert. «Wir versuchen den Weg der Digitalisierung mitzumachen», so Präsident Keller. Früher seien die Steuerungsmöglichkeiten viel simpler gewesen.

Mittlerweile können die Modellzüge über zwei Systeme gesteuert werden. Mitglied Cyrill Schäpper (19) erklärt die Technik: «Bei der einen Steuerung muss man mit der Fernbedienung jede Weiche umlegen und die Schienen sehr gut im Auge behalten. Die andere Variante ist angenehmer. Dort gibt man im System nur noch den Weg von A nach B ein und der Computer erledigt den Rest vollautomatisch.»

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