06.07.2018 03:53

Public Viewing

«Hier werden Fussballfans abgezockt»

In einem Leserbrief beschwert sich ein Thurgauer über das Public Viewing in Arbon. Es sei die reinste Abzocke – nicht einmal eine Chipstüte dürfe man mitbringen.

von
Juu
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Die FM1-WM-Arena liegt...

Die FM1-WM-Arena liegt...

... auf der Arboner Schlosswiese.

... auf der Arboner Schlosswiese.

Google Maps
Eine Visualisierung des Public Viewings.

Eine Visualisierung des Public Viewings.

fm1wmarena.ch

«Die Vorfreude auf die Fusball-Weltmeisterschaft und damit auch auf das Public Viewing am See in Arbon, war bei mir riesig», beginnt der Leserbrief von D.V.*, der kürzlich in der «Thurgauer Zeitung» abgedruckt wurde. Er sei bereits an der EM dort gewesen und habe es eigentlich als «wunderbaren Treffpunkt in einer gemütlichen, atmosphärischen Location» in Erinnerung. Die FM1-WM-Arena auf der Arboner Schlosswiese bietet Platz für rund 1000 Fans.

Seine Vorfreude verschwand dieses Jahr jedoch bereits am Eingang: «Zugänglich ist das Gelände nur noch über einen Haupteingang, bei dem Taschen kontrolliert und mitgebrachte Esswaren und Getränke rigoros konfisziert werden», beschwert sich V. Er habe Verständnis, dass man ein Massenbesäufnis unterbinden wolle, doch dass den Besuchern sogar mitgebrachte Chipstüten und Wasserflaschen weggenommen werden, ist für ihn unverständlich.

Für den Thurgauer ist klar: «Hier werden Fussballfans abgezockt. Das ist eine Frechheit.» Denn die Preise bei der Festwirtschaft seien deutlich zu hoch und wenn man an einem Tisch sitzen wolle, müssen man diesen reservieren und dafür zahlen. V. hofft nun darauf, dass die Verantwortlichen ihr Konzept im Hinblick auf die bevorstehende Europameisterschaft 2020 noch einmal überdenken.

Noch keine Beschwerden

Auch auf Facebook wird hitzig diskutiert. «Fussball ist Kommerz und wenn ein Veranstalter etwas anbietet, dann ist es auch Kommerz! Also wenn du deine eigene Chipstüte essen und dein eigenes billiges Bier trinken willst – mach es Zuhause mit deinen Freunden», heisst es etwa. Für andere ist jedoch klar: «Einmal und nie wieder.»

Organisator des Public Viewings ist FM1. André Moesch, Leiter elektronische Medien Ostschweiz bei der NZZ Mediengruppe, nimmt zu den Vorwürfen Stellung: «Das Public Viewing in Arbon ist eines der schönsten der Region. Es ist mit enormem Aufwand und Kosten verbunden, vor allem wegen der Überdachung und der Leinwand. Da der Eintritt gratis ist, müssen wir unsere Kosten über den Verkauf von Speisen und Getränken finanzieren.» Er habe selbst ein wirtschaftliches Risiko, denn nur wenn es gut läuft, würde ein kleiner Gewinn resultieren. Falls es aber schlecht laufen sollte, müsse man selbst drauflegen, sagt Moesch. «Konfisziert wird aber nichts, man kann die eigenen Sachen am Eingang deponieren und am Schluss wieder abholen», hält er fest. Zudem könne man in keinem Restaurant selbst mitgebrachte Getränke und Speisen konsumieren.

Er habe von Besuchern bisher ausschliesslich positives Feedback erhalten. Ebenfalls sei er mit den bisherigen Besucherzahlen sehr zufrieden.

* Name der Redaktion bekannt

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