Wohnungsbau: Hier wohnen die Mieter für 8 Euro pro Quadratmeter
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WohnungsbauHier wohnen die Mieter für 8 Euro pro Quadratmeter

Einige Hamburger können demnächst eine Wohnung für nur acht Euro pro Quadratmeter bekommen – ein Traumpreis in der Hansestadt.

von
Daniela Gschweng
Hallo Hamburg. Wer hier wohnen möchte, der sieht sich mit typischen Stadtmieten konfrontiert.

Hallo Hamburg. Wer hier wohnen möchte, der sieht sich mit typischen Stadtmieten konfrontiert.

Tim Tregenza / CC BY-SA 3.0
Der durchschnittliche Quadratmeterpreis in Hamburg liegt bei 13,07 Euro.

Der durchschnittliche Quadratmeterpreis in Hamburg liegt bei 13,07 Euro.

Thomas Ulrich / CC BY-SA 2.0
Das soll sich nun im Stadtteil Neugraben ändern.

Das soll sich nun im Stadtteil Neugraben ändern.

Oxfordian Kissuth / CC BY-SA 3.0

Bezahlbare Mieten am Stadtrand: Was für viele Hamburger unerreichbar ist, könnte sich in etwa einem Jahr für 44 Familien erfüllen. Eine neues Wohnungsbaumodell setzt auf clevere Bauweise, eine Mietsperrfrist und einen privaten Investor. Dazu gibt es mindestens fünf Jahre keine Mieterhöhung.

Für 8 Euro Nettokaltmiete werden Mieter zukünftig im Stadtteil Neugraben wohnen können. Das ist weit unter dem, was Mieter in Hamburg derzeit bezahlen. Die Nettomiete für eine 100-Quadratmeter-Wohnung liegt in der Hansestadt derzeit bei über 13 Euro pro Quadratmeter. Wohnungssuchende, die die Mieten nicht aufbringen können oder keine Wohnung finden, müssen folglich weit pendeln.

Holz statt Beton und Leben ohne Keller

In Neugraben am Rande Hamburgs sollen Familien mit zwei bis vier Kindern einziehen. Staatliche Zuschüsse gibt es dafür nicht. Möglich wird das durch eine clevere Bauweise. Bauherren klagen seit Jahren, dass Bauen aufgrund verschärfter Bauvorschriften immer teurer wird. Der Architekt Heiner Limbrock vom Architekturbüro Limbrock Tubbesing sieht das anders: Man müsse lediglich auf Gepflogenheiten verzichten, die Geld kosten. Limbrock legt Wert darauf, dass es sich keinesfalls um Billighäuser handelt. Bau- und Wohnqualität würden nicht leiden, auch an der Ausstattung werde nicht gespart.

Die Neubauten haben weder Keller noch Tiefgarage, so kann ein grosser Teil der Baukosten eingespart werden. Gemauert ist nur das Erdgeschoss, für die anderen Stockwerke wird mit Holzbauelementen gearbeitet, was die Bauzeit auf acht Monate verkürzen soll. Arbeitsschritte wie Verputzen und Tapezieren entfallen ebenfalls, statt Raufaser gibt es helles Holz. Einen Aufzug haben sich die Planer gespart, im Erdgeschoss entstehen dafür mehrere rollstuhlgerechte Wohnungen. Der Lift liesse sich nachrüsten, denn Aufzugsschächte sind vorhanden. Vermutlich nicht nur der Nachrüstungsmöglichkeit wegen: Aufzugsschächte geben dem Gebäude Stabilität. Statt einer Lüftung, beispielsweise in der Küche, gibt es Fenster. All das spart dem Investor Geld.

Kompromiss zwischen staatlichem und privatem Bauen

Bauherr sind die Helvetia Versicherungen, die mit den Gebäuden Rendite erzielen müssen. Andererseits braucht die Stadt dringend bezahlbare Wohnungen. Die Neubauten in Hamburg-Neugraben gelten als Modellprojekt und Kompromiss zwischen privatem und öffentlichem Wohnungsbau und sind nicht bezuschusst. Die niedrige Miete bleibt für mindestens fünf Jahre stabil, das hilft Familien, die für eine Sozialwohnung gerade nicht mehr in Betracht kommen. Im Gegenzug tragen die Neubauten dazu bei, das Quartier zu entwickeln.

Keine Pläne für die Schweiz

In der Schweiz, sagt die Helvetia auf Nachfrage, sei kein ähnliches Projekt geplant. Die Helvetia baue hierzulande bereits «mehrheitlich Wohnungen, die für eine breite Bevölkerungsschicht erschwinglich sind». Tiefpreisiges Wohnen sei eher die Domäne der Genossenschaften, die von den Kantonen indirekt subventioniert und bevorzugt behandelt würden.

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