Miet-Karte: Hier wohnen Sie in Basel am günstigsten

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Miet-KarteHier wohnen Sie in Basel am günstigsten

Das Immobilien-Portal Homegate hat einen Miet-Netzplan für Basel erstellt. Im Vergleich mit Zürich und Genf lebt es sich am Rhein günstiger.

von
rob
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Die Miet-Map von Homegate.ch verankert die durchschnittlichen Mietpreise einer Drei-Zimmer-Wohnung am regionalen Tramnetz.

Die Miet-Map von Homegate.ch verankert die durchschnittlichen Mietpreise einer Drei-Zimmer-Wohnung am regionalen Tramnetz.

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In der Region Basel variieren die Preise zwischen 1250 (Rodersdorf) und 1810 (Bankverein) Franken.

In der Region Basel variieren die Preise zwischen 1250 (Rodersdorf) und 1810 (Bankverein) Franken.

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Wie an der Limmat gilt auch am Rhein: In der Innenstadt wird das Portemonnaie am stärksten beansprucht.

Wie an der Limmat gilt auch am Rhein: In der Innenstadt wird das Portemonnaie am stärksten beansprucht.

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Spätestens bei der Wohnungssuche kommt bei vielen die Frage auf: Wo will ich leben – und kann ich mir das leisten? Das Online-Immobilienportal Homegate.ch, das wie 20 Minuten zur Mediengruppe Tamedia gehört, weiss mit seiner neuen Grafik eine Antwort: In seiner sogenannten Miet-Map haben sie die Mietpreise geografisch am Tramnetz verankert. Die angegebenen Kosten beziehen sich dabei auf die durchschnittliche Bruttomiete einer Drei-Zimmer-Wohnung von 70 Quadratmetern. Die Daten dafür stammen von den 100 nächstgelegenen, auf Homegate.ch publizierten Anzeigen und wurden im Zeitraum von März 2016 bis Mai 2017 erhoben.

Wer beim St. Johanns-Tor wohnt, zahlt demnach monatlich 1470 Franken im Schnitt. Für grössere Portemonnaies sind die Wohnungen beim Kunstmuseum gedacht, die mit 1780 Franken zu Buche schlagen. Günstiger als mit 1340 Franken bei der Tramstation Eglisee kommt man dabei in Basel-Stadt nicht weg. Ausserhalb der Stadt lebt es sich in Rodersdorf mit 1250 Franken am günstigsten. Am obersten Ende des Mietpreis-Spektrums steht wiederum der Bankverein mit stolzen 1810 Franken für 70 Quadratmeter.

Preisliches Gefälle in Zürich und Genf massiv höher

Für Zürich und Genf existiert ebenfalls eine Karte, für Bern steht noch eine an. «Eine Sache, bei der Basel im Vergleich wirklich auffällt, ist das preisliche Gefälle zwischen den Standorten», sagt Homegate-Sprecherin Carina Schönenberger. Während dieser Unterschied in Zürich bis 1500 und in Genf bis 1000 Franken betragen kann, sind es in Basel nur rund 500 Franken. So kostet eine Wohnung in der Schnörlistrasse im Zürcher Kreis 12 1630 Franken, beim Paradeplatz zahlt man mit 3240 Franken fast das Doppelte.

In Basel-Stadt lebt es sich laut Schönenberger im Matthäus-Quartier vergleichsweise günstig. Generell gilt am Rhein jedoch dasselbe wie an der Limmat: Je zentraler, desto teurer. Einzelne Ausreisser gibt es dabei immer wieder. Schönenberger erklärt diese durch neue Überbauungen, die benachbarte Standorte preislich auseinanderdriften lassen. So kann es vorkommen, dass der Preis im gleichen Quartier mehrere 100 Franken abweicht.

«In Basel herrscht eine Wohnungsnot»

Beat Leuthardt, Co-Geschäftsleiter vom Mieterverband Basel-Stadt, sieht die Homegate-Karte kritisch: «Nur die Angebotsseite zu zeigen, ist nicht unbedingt verlässlich.» Generell sei der Mietwohnungsmarkt in Basel-Stadt preislich komplett überhöht. Günstig sei laut Leuthardt eine Drei-Zimmer-Wohnung für 1000 Franken im Monat. «Die Behörden und Immobilienhändler tun so, als ob der Markt funktioniert. Doch das tut er nicht», so Leuthardt. Es herrsche Wohnungsnot in Basel.

«In Baselland stehen nur 0,5 Prozent aller Wohnungen leer. Juristisch gilt das als Wohnungsnot», sagt auch Andreas Béguin, Co-Präsident des Mieterverbands Baselland. Auch er kritisiert die Miet-Map: «Die Angebotsmiete, wie sie in der Grafik aufgezeigt wird, ist juristisch nichts wert.» Der Mieter habe laut Béguin das Recht, den Mietzins innerhalb der ersten 30 Tage nach Wohnungsbezug anzufechten. Erst nach dieser Zeitspanne sei der Mietpreis definitiv. Auch würden die Nebenkosten, die nicht in den Daten miteinbezogen worden sind, je nach Liegenschaftszustand stark variieren.

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