Zürich – Hier wollen Klima-Aktivisten und -Aktivistinnen den Verkehr blockieren
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ZürichHier wollen Klima-Aktivisten und -Aktivistinnen den Verkehr blockieren

Hunderte Klima-Aktivisten und -Aktivistinnen planen ab Montag Sitzstreiks in der Zürcher Innenstadt. Mit der Aktion wollen sie den Verkehr lahmlegen.

von
Alina Müller
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Hier wollen die Aktivisten und Aktivistinnen den Verkehr blockieren. 

Hier wollen die Aktivisten und Aktivistinnen den Verkehr blockieren.

Extinction Rebellion
Am Donnerstag gab die Klimabewegung an einer Medienkonferenz die genauen Standorte bekannt.

Am Donnerstag gab die Klimabewegung an einer Medienkonferenz die genauen Standorte bekannt.

20min/amu
Aktivistinnen und Aktivisten von Extinction Rebellion klebten sich im Juni ans Bundeshaus.

Aktivistinnen und Aktivisten von Extinction Rebellion klebten sich im Juni ans Bundeshaus.

20min/Simon Glauser

Darum gehts

  • Aktivistinnen und Aktivisten der Klimabewegung Extinction Rebellion wollen nächste Woche Streikaktionen in der Zürcher Innenstadt durchführen.

  • An einer Medienkonferenz am Donnerstag gaben sie die genauen Standorte bekannt.

Der Schweizer Ableger der Klimabewegung Extinction Rebellion plant ab Montag jeweils um die Mittagszeit einen Sitzstreik in der Zürcher Innenstadt. Am Donnerstag gab die Klimabewegung an einer Medienkonferenz die genauen Standorte bekannt. An der Kreuzung Urania-/Bahnhofstrasse, der Rudolf-Brun-Brücke sowie an der Kreuzung Sihl-/Nüschelerstrasse wollen die Klima-Aktivisten und -Aktivistinnen so lange sitzenbleiben, bis der Bundesrat «die Wahrheit über die Klima- und Umweltkatastrophe sagt und einen Prozess zur drastischen und schnellen Reduzierung der Treibhausgasemissionen einleitet».

Im Juni hat die Klimabewegung Extinction Rebellion einen Appell an den Bundesrat gerichtet. In einem Papier skizzierte sie drei Massnahmen zum Schutz des Klimas. Bis heute habe man keine Antwort erhalten. Deshalb wolle man nun die Stadt Zürich lahmlegen. Man werde aber friedlich rebellieren, heisst es in einer Mitteilung. «Wir wollen die Polizei weder ärgern noch ihr das Leben schwer machen», sagt Aktivist Marcus Bossard.

Man werde sich auch nicht wehren, sollte es zu Verhaftungen kommen. «Wir werden am Tag darauf allerdings wieder kommen und uns erneut verhaften lassen.» Offiziell seien 300 Personen angemeldet. Da es sich um eine öffentliche Aktion handle, rechne man aber mit deutlich mehr Teilnehmenden, so Bosshard.

Aktivistinnen und Aktivisten drohen juristische Folgen

Wie der «Tages-Anzeiger» berichtet, wissen die Stadtzürcher Behörden von der unbewilligten Aktion vom Montag schon seit längerem. Verschiedentlich seien Gesuche bei der Stadtpolizei und dem Sicherheitsdepartement eingetroffen, die nun geprüft würden. «Wir sind im Gespräch mit den Aktivisten», sagt Michael Walker, Sprecher bei der Stadtpolizei Zürich.

In der Vergangenheit hat Extinction Rebellion bereits grossflächige Aktionen durchgeführt: Die Bewegung hat Zugänge zu Flughäfen blockiert sowie Einkaufszentren oder wichtige Verkehrsachsen besetzt.

Gesetzlich gesehen dürfte es aber heikel sein. Denn in Artikel 285 des Strafgesetzbuchs heisst es: «Wer eine Behörde (…) zu einer Amtshandlung nötigt (…), wird mit einer Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder einer Geldstrafe bestraft.» Und auch die Folgen für die Aktivistinnen und Aktivisten wären nicht ohne: «Wird die Tat von einem zusammengerotteten Haufen begangen, so wird jeder, der an der Zusammenrottung teilnimmt, mit einer Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder einer Geldstrafe bestraft.»

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