Interaktive Bombenkarte: Hier wurde London von Hitlers «Blitz» getroffen
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Interaktive BombenkarteHier wurde London von Hitlers «Blitz» getroffen

Es gab eine Zeit, da wurde London fast pausenlos von der deutschen Luftwaffe bombardiert. Jetzt zeigt eine Website jeden einzelnen Bombeneinschlag des «London Blitz» von 1940 bis 1941.

von
jcg

Am 24. August 1940 fielen erstmals deutsche Bomben auf Vororte der Hauptstadt des britischen Weltreichs. Zwei Wochen später begann dann der sogenannte «London Blitz». Mehr als 900 deutsche Kampfflugzeuge liessen am 7. September bei Tageslicht ihre tödliche Fracht auf London regnen. Es folgte ein kleinerer Nachtangriff und bis am nächsten Morgen hatten 436 Londoner ihr Leben gelassen.

Dieser erste Angriffstag läutete eine beispiellose Bombenkampagne ein. Während 57 aufeinanderfolgenden Nächten nahmen jeweils rund 200 deutsche Bomber London ins Visier. Nach und nach wurden die Angriffe auch auf andere britische Städte und Industriezentren ausgedehnt. Bis zum Ende der Angriffe am 16. Mai 1941 hatte die Luftwaffe alleine in London eine Million Häuser beschädigt und in ganz Grossbritannien 40'000 Menschen getötet.

Interaktive Karte

Der «Blitz» hat die Londoner geprägt und ist auch heute noch den meisten Hauptstadtbewohnern ein Begriff. Das erklärt das ungebrochene Interesse an diesem dunklen Kapitel der Geschichte Grossbritanniens. So werden auch heute noch beträchtliche Ressourcen in die Aufarbeitung der Bombenkampagne gesteckt, wie das Bomb Sight Project beweist.

Für das Unterfangen hat Catherine Jones von der Universität Portsmouth in Zusammenarbeit mit dem Nationalarchiv jeden einzelnen dokumentierten Bombeneinschlag des «Blitz» auf einer interaktiven Karte eingetragen. Das Ergebnis ist ein Meer von roten Punkten, das über der Metropole liegt. Die Karte verfügt über eine Zoom- und eine Adresssuchfunktion, ergänzt mit zeitgenössischen Fotos und Erinnerungen von Augenzeugen. Die Daten decken den Zeitraum vom 7. Oktober 1940 bis zum 6. Juni 1941 ab und basieren auf historischen Karten, der offiziellen Bombenzählung und Aufzeichnungen der BBC.

Hier gehts zur interaktiven Karte des Bomb Sight Projects (die Website kann zeitweise überlastet sein).

Das Bomb Sight Project gibt es auch als App für Android-Handys. Sie ermittelt per GPS die Position des Users und zeigt mithilfe von Augmented Reality die Bombeneinschläge in seiner Umgebung an - ideal für einen Stadtrundgang für Geschichtsfans.

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