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Hiestand backt grosse Brötchen

Der Backwaren-Hersteller Hiestand hat im vergangenen Jahr mit 18,3 Mio. Fr. einen Rekordgewinn erzielt.

Bis 2010 will Hiestand den Umsatz von 332 Mio. Fr. auf eine Milliarde Franken bringen.

Konzernchef Wolfgang Werlé bezeichnete die Resultate als «glänzend» und führte sie auch auf das im April 2002 lancierte neue Strategieprogramm zurück, das qualitatives Wachstum und Margensteigerungen in den Vordergrund stellte.

Der Umsatz konnte um 10,1 Prozent auf 331,9 Mio. Fr. erhöht werden. Werlés Ziele gehen noch weiter: Hiestand soll mit seinem Konzept - Produktion von Backwaren, Vertrieb über eigene Logistik und Service - in den Märkten Europa und Asien bis ins Jahr 2010 eine Milliarde Franken Umsatz erzielen, im Jahr 2006 soll die 500- Millionen-Marke erreicht werden.

Profitabel bleiben

Dabei will der Backwarenhersteller schlank bleiben: Das Verhältnis von Betriebsgewinn zu Umsatz (Ebit-Marge) soll bis 2005 von aktuell 9,2 Prozent auf über 10 Prozent erhöht werden.

Hiestand hat im letzten Jahr bei Gewinn und Betriebsergebnis einen neuen Firmenrekord erreicht. Der Konzerngewinn stieg um 57,8 Prozent auf 18,3 Mio. Franken. Der Betriebsgewinn vor Zinsen und Steuern (Ebit) stieg um 23,6 Prozent auf 30,4 Mio. Franken.

Das Umsatzwachstum von 10,1 Prozent wurde von den Hauptmärkten Schweiz und Deutschland getragen. Umsatzrückgänge mussten in Polen und Japan verzeichnet werden. In Polen wurden im Retailbereich sechs Standorte geschlossen.

Ein Fünftel des Umsatzes mit Gipfeli

Bei den Produkten legten Brote und Plunder überproportional zu, was auf die guten Verkaufszahlen in Backshops und Tankstellen zurückgeführt wurde. Unterdurchschnittlich nahmen die Umsätze mit Gipfeli zu, die noch 19 Prozent des Umsatzes ausmachen.

Das Aargauer Unternehmen hat die kostspielige und schliesslich gescheiterte US-Expansion endgültig verdaut, und sich aus dem noch unter Firmengründer Alfred Hiestand entwickelten Direktgeschäft mit Kunden, dem Back-Markt-Konzept, zurückgezogen.

Die USA wie auch der übrige angelsächsische Raum werden nun über das Netzwerk des irischen Partners IAWS angegangen. IAWS hatte im letzten Sommer das 22-Prozent-Paket von Firmengründer Alfred Hiestand und einige Monate später auch Hiestand UK übernommen.

Hiestand, welche hauptsächlich in Mitteleuropa und in Asien tätig ist, hat zudem im Februar diesen Jahres mit dem Kauf der Firma Back & Friends die Marktposition in Deutschland verstärkt und rund 20 Mio. Euro Umsatz dazu gewonnen.

Nennwertreduktion

Zu 55 Mio. Fr. mehr Umsatz soll das Joint-Venture mit Coop in der Schweiz ab 2005 führen. Unter dem Namen Hicopain wird in Dagmersellen LU eine Fabrikationsstätte für Tiefkühlbackwaren gebaut, die insgesamt 50 Mio. Fr. kosteN und 150 zusätzliche Arbeitsplätze schaffen wird.

Werlé rechnet auch mit einem sehr guten Jahr 2004. Im ersten Quartal nahm der Umsatz gegenüber der Vorjahresperiode um 17,9 Prozent auf 89,3 Mio. Fr. zu. Für das gesamte Jahr rechnet Hiestand mit einem Umsatzwachstum von 18 Prozent. Statt einer Dividende soll eine letzte Nennwertreduktion von 7 Fr. pro Namenaktie auf neu 1 Fr. vorgenommen werden. (sda)

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