Gipfeltreffen: Highspeed-Morser messen sich im Berner Oberland
Aktualisiert

GipfeltreffenHighspeed-Morser messen sich im Berner Oberland

Trotz E-Mail hat Telegrafie noch viele Fans. 98 Morser aus 16 Ländern wollen nun im Berner Oberland Weltmeister werden. Die Schweiz ist im Titelrennen mit dabei.

von
Alessandro Meocci

«· · · − − − · · ·» steht für SOS. Das wissen auch heute noch viele Leute. Einen ganzen Satz zu morsen, ist für die meisten aber ein Ding der Unmöglichkeit. Kein Wunder: Im Zeitalter von Mobilfunk und Internet ist die Morsetelegrafie etwa so modern wie ein Stummfilm. Doch beide haben hartgesottene Anhänger. Die 98 besten Telegrafisten messen sich seit gestern an der zehnten Weltmeisterschaft im Hochgeschwindigkeits-Morsen in Beatenberg, hoch über dem Thunersee. «Unsere Teilnehmer kommen aus 16 verschiedenen Nationen», sagt Christoph Zehnter vom OK.

Die Schweizer Delegation umfasst vier Morser. Darunter Emil-Bogdan Buzoianu (32) aus Luzern mit Rufzeichen HB9EYN: «Als Zehnjähriger habe ich damit angefangen und das Virus hat mich nie mehr losgelassen», sagt die Schweizer Medaillenhoffnung. Während der letzten drei Monate habe er täglich bis zu fünf Stunden trainiert. Und das ist auch nötig, will er gegen die Favoriten aus Russland und Weissrussland eine Chance haben. Dort wird die Morsetelegrafie bereits bei Kindern gefördert.

Die WM wird von der Union Schweizerischer Kurzwellenamateure (USKA), im Auftrag der International Amateur Radio Union (IARU) organisiert. Eine 3-köpfige, internationale Jury überwacht die Wettkämpfe. Geprüft wird etwa das Senden und Hören von Buchstaben und Zahlen gemischt mit Satzzeichen. Die schnellsten Morser er­kennen bis zu 1000 Zeichen pro ­Minute, was rund 17 Buchstaben pro Sekunde entspricht. Nächstes Jahr findet die WM in Bulgarien statt.

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