23.06.2015 11:22

Neue TechnologieHightech-Brille lässt Ärzte Krebszellen sehen

Weil die Chirurgen bei der ersten OP nicht alle Tumorzellen erwischen, müssen Krebspatienten oft mehrmals unters Messer. Eine neue Brille soll das ändern.

von
fee

Lautet die Diagnose Krebs, müssen sich die meisten Patienten einer Operation unterziehen. Dabei geht es darum, das von dem Tumor befallene Gewebe zu entfernen. Weil sich dieses äusserlich aber nur wenig von gesundem Gewebe unterscheidet, übersehen Ärzte mitunter die erkrankten Zellen. Das fällt jedoch erst auf, wenn der Krebs wiederkommt.

Dieses Szenario soll nun bald der Vergangenheit angehören. Denn Mediziner um Samuel Achilefu von der Washington University School of Medicine haben in Anlehnung an die Nachtsichtgeräte des Militärs eine Brille entwickelt, die es unmöglich macht, irgendetwas zu übersehen. Schliesslich lässt sie die Krebszellen während der Operation hell leuchten.

Positives Feedback

Damit das möglich ist, müssen die behandelnden Ärzte dem Patienten lediglich einen Fluoreszenzmarker spritzen, der sich an das Krebsgewebe heftet. Mit blossem Auge ist das nicht zu erkennen. Doch wenn die Chirurgen die Brille tragen und das Licht im OP ausschalten, können sie die Tumorzellen unter Infrarotstrahlung sehen und so ohne Rückstände aus dem gesunden Gewebe schneiden.

«Die Brille funktioniert fantastisch», urteilt Achilefus Onkologe Ryan Fields, der gerade im Rahmen einer Studie erstmals Krebspatienten mithilfe des Geräts operiert hat. Ebenfalls überzeugt von der Erfindung ist die Jury des St. Louis Awards. Sie hat Achilefu gerade mit der Auszeichnung geehrt.

Bis die Spezialbrille regulär zum Einsatz kommt, dürfte es jedoch noch einige Zeit dauern. Die US-Arzneimittelbehörde FDA ist derzeit daran, die Freigabe zu prüfen.

Deine Meinung

Fehler gefunden?Jetzt melden.