Neu im Kino: «Hildes Reise»: Hildes Ruhe wird gestört
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Neu im Kino: «Hildes Reise»Hildes Ruhe wird gestört

Zwei Männer kämpfen im Schweizer Film «Hildes Reise» um den letzten Willen ihres toten Freundes.

«Er ist an Krebs gestorben», sagt Martins Mutter vor versammelter Trauergemeinschaft. Doch wer Martin – in der Schwulenszene Hilde genannt – kannte, weiss genau: Hilde erlag dem HI-Virus.

Der aus reichem Haus stammende Hilde vererbte sein ganzes Vermögen seinem Ex-Freund Steff (Oliver Stokowski). Hildes Mutter kann dies nicht akzeptieren und bietet Steff einen Handel an: Mit einer einmaligen Abfindung soll die Urne im Familienbesitz bleiben. Hildes Asche ist nämlich verschwunden. Rex (Michael Finger), ein anderer Freund von Hilde, hat die Urne entwendet und möchte Hilde – gemäss seinem letzten Willen – im Atlantik beisetzen.

Schade am Film «Hildes Reise» von Regisseur Christof Vorster ist, dass die Verteilung von Gut und Böse so klar vollzogen wurde: Hildes Mutter widerspiegelt jedes Klischee einer geldgierigen Frau, die in der Öffentlichkeit gut dastehen will. Dies passt nicht zum sonst gefühlvoll inszenierten Film mit seiner anspruchsvollen zwischenmenschlichen Geschichte.

Benjamin Bögli

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