Bern: Hilfe für Internet-Junkies und Porno-Süchtige

Aktualisiert

BernHilfe für Internet-Junkies und Porno-Süchtige

Rund 70 000 Menschen gelten
in der Schweiz als onlinesüchtig. In Bern wird Internet-Junkies jetzt in Beratungen geholfen.

von
Saraina von Grünigen

«Die Nachfrage nach Beratungen im Bereich Online-Sucht ist bei uns in letzter Zeit markant gestiegen», sagt Roger Gernet von der Berner Gesundheit. Anfragen kommen grösstenteils von jungen Erwachsenen bis 30 Jahre und ratsuchenden Eltern. «Themen sind immer wieder der übermässige Besuch von Sexsites sowie Cyber-Mobbing», so Gernet. Schwierigkeiten in der Schule, im Job oder in der Beziehung seien dabei nicht selten.

«Eine Online-Pornosucht entwickelt sich schleichend», weiss Martin Boess, Leiter der Schweizerischen Kriminalprävention. «Es gibt aber Warnzeichen.»

Wer beispielsweise Verabredungen absagt, weil er lieber auf Pornoseiten surft oder immer mehr Geld für den Besuch von Sexsites ausgibt, habe ein Suchtproblem. Ob bereits eine Abhängigkeit besteht, bringt ein Test auf der Homepage ­der Kriminalprävention (www.skppsc.ch) ans Licht.

Die Berner Gesundheit rea­giert jetzt auf die steigende Nachfrage im Bereich Internetsucht und Gamen und wird bis im Herbst ihr Angebot entsprechend ausweiten. «Ziel ist es, den Betroffenen eine gute Medienkompetenz zu vermitteln», so Gernet.

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