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Lieber Phil Geld«Hilfe, wie beende ich das Fitness-Abo?»

Natanael (25) hat vergessen, sein Abo in der Muckibude zu kündigen. Damit verlängerte sich seine Mitgliedschaft automatisch um ein Jahr. Ist das rechtens? Kann er sich dagegen wehren?

Eine automatische Verlängerung des Fitness-Abos muss man sich nicht einfach gefallen lassen.

Eine automatische Verlängerung des Fitness-Abos muss man sich nicht einfach gefallen lassen.

Lieber Phil Geld

Anfang 2012 habe ich ein Fitness-Abo für ein Jahr abgeschlossen. Nach einem halben Jahr habe ich das Abo aber nicht mehr benutzt. Für mich hatte sich das Ganze erledigt. Anfang dieses Jahres habe ich eine Rechnung von über 1000 Franken wegen der automatischen Verlängerung erhalten. Auf dem Vertrag steht zwar (nicht unmittelbar neben oder über der Unterschrift), dass die Kündigungsfristen auf der Rückseite angegeben sind. Auf der Rückseite steht dann tatsächlich auch, dass das Abo automatisch verlängert wird, falls keine gültige Kündigung vorliegt. Bis jetzt habe ich noch nichts bezahlt. Muss ich damit rechnen, dass ich jetzt betrieben werde?

Lieber Natanael

Du bist nicht der Einzige, der dieses Problem hat. Bei der Stiftung für Konsumentenschutz SKS treffen recht häufig ähnliche Beschwerdebriefe ein. Die Experten des SKS raten in Fällen wie deinem, es auf eine Betreibung ankommen zu lassen.

Ich sehe das auch so. Aus juristischer Sicht ist der Fitnessvertrag nämlich ein befristeter Vertrag. Und bei einem Vertrag mit fester Dauer erwartet man nicht, dass irgendwo eine Pflicht zur Kündigung enthalten ist. Die Klausel mit der automatischen Verlängerung muss darum in den Verträgen optisch hervorgehoben werden. Das kann durch eine grössere Schrift geschehen, durch Fettdruck, oder zumindest durch Kursivschrift. Das scheint in deinem Fitnessvertrag nicht der Fall zu sein.

Du hast also gute Chancen, nicht betrieben zu werden. Schlimmstenfalls erhebst du Rechtsvorschlag. Sollte das Verfahren wider Erwarten weitergezogen werden, kannst du darauf bestehen, dass du getäuscht wurdest.

Falls du es lieber nicht auf eine möglicherweise nervenraubende Auseinandersetzung mit dem Fitnessclub ankommen lassen willst, kannst du aus dem Abo aussteigen, indem du es an eine andere Person übergibst.

Die Stiftung für Konsumentenschutz stuft das Fitness-Abo ähnlich wie einen Mietvertrag ein: Im Mietrecht sieht das Gesetz vor, dass man vor dem ordentlichen Kündigungstermin aus dem Vertrag aussteigen kann, wenn man einen Nachmieter findet, der die Wohnung zu den bisherigen Mietbedingungen übernehmen möchte. Wenn du also jemanden findest, der dein Abo übernehmen will, muss das Fitness-Studio das akzeptieren.

Freundlich grüsst

Phil Geld

E-Mail: phil.geld@20minuten.ch

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