Hurrikan-Saison: Hilferuf aus Haiti
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Hurrikan-SaisonHilferuf aus Haiti

Wenige Tage nach dem Durchzug des Hurrikans «Gustav» sind in Haiti durch «Hanna» erneut mindestens 19 Menschen ums Leben gekommen. Präsident René Préval bat die internationale Gemeinschaft um Hilfe für sein Land.

Préval zeigte sich erschüttert über das Ausmass der Katastrophe, die acht von zehn Bezirken des Landes getroffen habe. Weite Teile von Haiti standen unter Wasser, nachdem «Hanna» mit heftigen Regenfällen und starken Winden über die Karibikinsel hinweggezogen war.

Der Chef der UNO-Mission in Haiti, der Tunesier Heidi Anabi, sprach von einer «aussergewöhnlichen Notlage». Die UNO-Truppen vor Ort konnten wegen des Unwetters nach Angaben einer Sprecherin weder mit Helikoptern noch mit Lastwagen ausrücken, um Hilfe zu leisten.

Gonaives, die mit 300 000 Einwohnern grösste Stadt des Landes, stand weitgehend unter Wasser. Die Opferzahlen seien vorläufige und könnten noch ansteigen, sagte Bürgermeister Stephen Moise. Derzeit sei es nicht möglich, in die Stadt zu gelangen.

Auch das grösste Spital von Gonaives stand nach Angaben eines Arztes unter Wasser. «Die Situation ist kritisch», sagte er dem Radiosender Vision 2000. Alle Patienten seien in einen Raum gebracht worden.

Nächste Wirbelstürme angekündigt

In der benachbarten Dominikanischen Republik flüchteten am Mittwoch Tausende vor dem Wirbelsturm. Schulen wurden geschlossen, für 13 Provinzen gaben die Behörden die höchste Alarmstufe «Rot». Das Rote Kreuz in Genf rief dazu auf, rund 1,7 Mio. Franken Nothilfe für die Karibikstaaten bereitzustellen.

Erst wenige Tage zuvor hatte Hurrikan «Gustav» in der Karibik mehr als 90 Menschen getötet, davor hatte «Fay» mehrere Opfer gefordert.

Entspannung ist nicht in Sicht: Am Mittwoch bewegten sich nach Angaben des US-Hurrikan-Zentrums NHC zwei weitere Wirbelstürme - «Ike» und «Josephine» - über dem Atlantik auf die Region zu. «Hanna» zog derweil weiter Richtung Bahamas. NHC warnte, «Hanna» werde an Stärke zunehmen und zur US-Küste ziehen.

«Gustav»-Flüchtlinge dürfen zurück

Drei Tage nach der Massenflucht vor Hurrikan «Gustav» dürfen die Einwohner von New Orleans wieder zurück in ihre Stadt. Bürgermeister Ray Nagin sagte nach Angaben von US-Medien, alle Strassensperren seien aufgehoben.

Zuvor hatten die Behörden noch eine Rückkehr untersagt. Insgesamt waren rund zwei Millionen Menschen in der Region in Sicherheit gebracht worden.

Im Zusammenhang mit «Gustav» waren im Süden der USA sieben Menschen ums Leben gekommen. Präsident George W. Bush wollte sich noch am Mittwoch in Louisiana ein Bild von den Schäden machen.

In Kuba rief der frühere Präsident Fidel Castro die Bevölkerung in einer Internet-Erklärung zu einer gemeinsamen Kraftanstrengung auf, um die Folgen von «Gustav» zu bewältigen. Gegen 200 000 Häuser wurden nach Regierungsangaben in Kuba zerstört. Berichte über Sturmtote gab es dagegen nicht. (sda)

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