Sudan - Darfur: Hilfsorganisationen kritisieren Friedenstruppen

Aktualisiert

Sudan - DarfurHilfsorganisationen kritisieren Friedenstruppen

Eine Gruppe von mehr als 40 Hilfsorganisationen hat die Friedenstruppen in der sudanesischen Region Darfur aufgefordert, sich mehr für den Schutz der Bevölkerung einzusetzen.

Die UNAMID-Mission von UNO und Afrikanischer Union (AU) sei «in Gefahr, das neueste gebrochene Versprechen der Welt zu werden», heisst es in einem heute veröffentlichten Bericht des Darfur Consortiums, eines Zusammenschlusses von in Afrika tätigen Hilfsorganisationen.

Die Gründe für den unzureichenden Einsatz seien Behinderungen durch die Regierung des Sudan, die fehlende politische Unterstützung von UNO und Afrikanischer Union sowie die nicht erfüllten Zusagen der Geberländer.

Trotz dieser Hindernisse könnten die Friedenstruppen viel mehr tun, heisst es in dem Bericht. Bislang habe die Truppe zwar nicht die Stärke, um die Kämpfe in der Region zu verhindern, da sie auf die Entsendung der ausstehenden Soldaten warte.

Dennoch sollten die Friedenstruppen damit beginnen, die Bevölkerung vor den täglichen Angriffen zu schützen, forderte das Darfur Consortium. Beispielsweise müssten Dorfbewohner auf dem Weg zu Märkten oder auf der Suche nach Feuerholz begleitet werden. Nötig sei auch, die Präsenz in der Region und die Patrouillen in und um die Flüchtlingslager zu verstärken.

Die Hilfsorganisationen forderten die Geberländer zudem auf, die versprochenen Truppen für die Friedensmission zu entsenden. Von den vorgesehenen 19 500 Soldaten und 6500 Polizisten sind erst etwa ein Drittel in Darfur stationiert.

Bei dem Konflikt zwischen Rebellen und Regierungstruppen sowie arabischen Reitermilizen in Darfur starben nach UNO-Angaben rund 300 000 Menschen. (sda)

Deine Meinung