Verein Ideas: Hilfswerke sind zu wenig transparent
Aktualisiert

Verein IdeasHilfswerke sind zu wenig transparent

Schlechte Noten für Schweizer Entwicklungshilfe. Der Verein Ideas kritisiert, dass Hilfswerke zu wenig klar über ihre Programme informierten.

von
Simona Marty
Die Direktion für Entwicklung und Zusammenarbeit (Deza) und ihr Direktor Martin Dahinden schneiden bei dem Transparenz-Rating schlecht ab. (Archivbild)

Die Direktion für Entwicklung und Zusammenarbeit (Deza) und ihr Direktor Martin Dahinden schneiden bei dem Transparenz-Rating schlecht ab. (Archivbild)

Die grössten Schweizer Hilfswerke schafften zu wenig Transparenz über ihre Arbeit in Entwicklungsländern. Oftmals sei zum Beispiel nicht klar, wohin das Geld fliesse und wie nachhaltig die Projekte geführt würden. Zu diesem Schluss kommt der Verein Ideas in einem Rating, bei dem die Transparenz von zehn Schweizer Hilfswerken und der Direktion für Entwicklung und Zusammenarbeit (Deza) untersucht wurde. Obwohl sich zum letzten Jahr einige Verbesserungen zeigen, schneiden insgesamt praktisch alle ungenügend ab. «Die ­Organisationen zeigen traurige Kinderaugen, nicht aber, was wirklich hinter den Projekten steht. Esbesteht grosser Handlungsbedarf», sagt Elvira Prohaska von Ideas. So müssten Wirkung und Nachhaltigkeit der Projekte vermehrt in die Beschreibungen einfliessen.

Das Schlusslicht des Ratings, die Organisation Swiss­aid, weist die Kritik von sich und stellt die Methoden von Ideas in Frage. Trotzdem gibt Sprecher Lorenz Kummer zu: «Wir haben ein bisschen we­niger detaillierte Beschrei­bungen als andere Hilfswerke. Wir wollen das Spendengeld lieber in die Projekte inves­tieren als in die Administration.»

Auch der Gewinner der Rangliste, World Vision Schweiz, schneidet mit knapp 50 Prozent Transparenz laut Ideas nur knapp genügend ab. Die Organisation verspricht Besserung: «Wir anerkennen das Resultat und werden Informationen über Wirkung und Nachhaltigkeit im nächsten Jahr verbessert in unsere Berichterstattung einfliessen lassen», so Sprecher Yves Baer.

Transparenz der Hilfswerke

1. World Vision Schweiz 48%

2. Terre des hommes 40%

3. Heks 38%

4. Rotes Kreuz 38%

5. Solidar 35%

6. Caritas Schweiz 30%

7. Deza 25%

8. Helvetas 22%

9. Fastenopfer 19%

10. Swisscontact 14%

11. Swissaid 11%

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