Aktualisiert 02.09.2005 15:13

Hilfszusagen aus aller Welt für die USA

Angesichts der dramatischen Lage im Katastrophengebiet um New Orleans haben zahlreiche Regierungen den USA Hilfe angeboten.

Neben der EU, Japan und Australien sagten auch ärmere Länder wie Sri Lanka, das mit dem Tsunami Anfang des Jahres selbst von einer Naturkatastrophe getroffen wurde, Hilfe zu. Deutschland ist laut Bundeskanzler Gerhard Schröder bereit, zur Hilfe für die USA nach der Unwetterkatastrophe die strategischen Erdölreserven anzugreifen.

UN-Generalsekretär Kofi Annan bot den USA die Hilfe der Vereinten Nationen an. «Die amerikanische Bevölkerung, die immer grosszügig auf Katastrophen in anderen Teilen der Welt reagiert hat, ist nun von einem schweren Schlag getroffen worden», sagte Annan. Das UN-Büro für die Koordinierung von Hilfsleistungen (OCHA) bot den USA die Entsendung von Katastrophenschutzexperten in die Hochwassergebiete an.

NATO-Generalsekretär Jaap de Hoop Scheffer sagte in Belgrad, wann immer die USA Hilfe anforderten, stehe das Bündnis bereit. EU-Sprecherin Françoise Le Bail erklärte in Brüssel, die Union haben den USA Hilfe zur Bewältigung der Katastrophenfolgen angeboten. Mehrere EU-Staaten seien bereit, auf Anfrage der USA Spezialisten zu entsenden.

Bundeskanzler Schröder sagte in Berlin, die USA hätten bei der Internationalen Energie-Agentur (IEA) den Antrag gestellt, Teile der internationalen Erdölbevorratung in den Markt zu geben. Deutschland werde diesen Antrag selbstverständlich unterstützen. Kirchen und private Organisationen riefen zu Spenden für die Opfer auf.

Der britische Premierminister Tony Blair kündigte Unterstützung für den Einsatz im Katastrophengebiet an, nannte aber keine Einzelheiten. Frankreich will nach den Worten eines Sprechers der Zivilverteidigung zwei Spezialisten entsenden, um mögliche Hilfsmassnahmen abzuklären.

Die japanische Regierung sagte den USA Unterstützung in Höhe von 500.000 Dollar (400.000 Euro) zu, davon 200.000 Dollar für das Rote Kreuz. Zudem würden Zelte, Planen und Stromgeneratoren geliefert, teilte Kabinettsminister Hiroyuki Hosoda am Freitag mit.

Der australische Ministerpräsident John Howard kündigte am Freitag die Bereitstellung von zehn Millionen australischen Dollar (6,1 Millionen Euro) für das amerikanische Rote Kreuz und die Entsendung von 20 Katastrophenexperten in die USA an. Zwar seien die USA das wohlhabendste und mächtigste Land der Erde, doch handele es sich auch um eine ausserordentliche Krise, sagte Howard.

Singapur entsandte drei in Texas stationierte Hubschrauber und 38 Soldaten nach Louisiana. Amerika sei Menschen in Not gegenüber stets grosszügig gewesen, schrieb Ministerpräsident Lee Hsien Loong an US-Präsident George W. Bush. In Südostasien sei dies besonders nach dem Tsunami spürbar geworden. Singapur freue sich, diese Hilfe in kleinem Rahmen zurückgeben zu können.

Die srilankische Regierung sagte dem Roten Kreuz 25.000 Dollar für die Hurrikan-Opfer zu. Ferner rief sie Ärzte srilankischer Herkunft in den USA dazu auf, sich für Hilfseinsätze zur Verfügung zu stellen. Indonesien und Thailand erklärten, es werde geprüft, wie am besten praktische Hilfe angeboten werden könne.

Auch Venezuela, dessen Regierung ein gespanntes Verhältnis zu den USA hat, bot humanitäre Hilfe und Treibstoff an. Der Ölkonzern Citgo sagte eine Million Dollar für die Hurrikan-Hilfe zu.

In der Schweiz klärt die Bundesverwaltung ab, welche Hilfeleistungen für die betroffene amerikanische Bevölkerung möglich wären. Dies für den Fall, dass die USA von der Schweiz Hilfe anfordern würden, hiess es im Eidgenössischen Departements für auswärtige Angelegenheiten (EDA). (dapd)

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