Aktualisiert 15.02.2006 06:52

Hillary Clinton nimmt Jäger Cheney ins Visier

Die oppositionellen Demokraten haben eine umfassende Aufklärung des Jagdunfalls von US-Vize Dick Cheney gefordert. Es sei «beunruhigend», wie zögerlich die Informationen über den Unfall an die Öffentlichkeit gelangt seien.

Die Regierung weigere sich, «Informationen, die für alle wichtig sind» herauszugeben, sagte Senatorin Hillary Clinton weiter. Sie bezog sich dabei zugleich auf den Umgang mit dem Hurrikan Katrina im vergangenen Sommer und sagte, die US-Regierung verletze die Prinzipien der demokratischen Verfassung des Landes.

Cheney müsse selbst vor die Presse treten, forderte Senator Chuck Schumer. Das habe er seit vier Jahren nicht getan. «Im Lichte des Jagdunfalls und all' der Fragen um seine Rolle beim Herausgeben von geheimen Sicherheits-Informationen haben die Amerikaner viele Fragen an den Vizepräsidenten», erklärte Schumer.

Cheney hatte einen 78-jährigen Anwalt durch Schüsse verletzt. Der Unfall hatte sich am Samstag in Texas ereignet. Im Spital erlitt das Opfer auch noch eine Herzattacke. Der Mann sei ausser Lebensgefahr, sagte ein Sprecher des Spitals im texanischen Corpus Christi, wo sich der Anwalt seit Samstag befindet.

Einige der Schrotkugeln hätten das Herz getroffen. Es gebe jedoch derzeit keine Pläne, sie operativ entfernen zu lassen. Der Patient müsse aber bis zu sieben weitere Tage beobachtet werden, um sicherzustellen, dass die Kugeln nicht in andere Teile des Herzens weiterwanderten.

Der 78-Jährige ist ein finanzieller Förderer von Cheney und Bush. Nach Angaben des Privatinstituts Center for Responsive Politics steuerte er 2004 zum Wahlkampf der beiden republikanischen Spitzenkandidaten die zulässige Höchstsumme von 2000 Dollar (2600 Franken). (sda)

Deine Meinung

Fehler gefunden?Jetzt melden.