Hotelkonzern: Hilton geht in Europa in die Offensive
Aktualisiert

HotelkonzernHilton geht in Europa in die Offensive

Die Hotelkette Hilton will Europa im Sturm erobern: Jedes sechste Zimmer, das derzeit gebaut wird, gehört dem US-Konzern. Auch in der Schweiz will Hilton expandieren.

von
Alex Hämmerli
Will auch in der Schweiz expandieren: Olivier Harnisch, Geschäftsführer von Hilton in Nord- und Zentraleuropa.

Will auch in der Schweiz expandieren: Olivier Harnisch, Geschäftsführer von Hilton in Nord- und Zentraleuropa.

In der europäischen Hotellerie werden derzeit rund 54 000 Hotelzimmer gebaut. 18,2 Prozent davon gehen aufs Konto von Hilton. Das zeigt eine Erhebung des Marktforschers STR Global Research. Damit sei Hilton die am schnellsten wachsende Hotelkette der Welt.

«Wir sind extrem optimistisch, was die Zukunft der Hotelindustrie anbelangt», sagt Olivier Harnisch, Geschäftsführer von Hilton in Nord- und Zentraleuropa zu 20 Minuten. Deshalb wolle man in Europa in weniger als drei Jahren 115 neue Hotels bauen. Zum Vergleich: In den vergangenen sechzig Jahren waren es deren 226. Im Visier von Hilton seien vor allem die Wachstumsmärkte Russland, Grossbritannien, Türkei und Polen.

Keine Gefahr für kleine Hotels

Aber auch in der Schweiz expandiert Hilton. Noch dieses Jahr soll ein Hilton Garden Inn mit 144 Zimmern in Davos eröffnet werden. Zudem seien die Städte Genf, Luzern und Bern «unheimlich interessant», fügt er an. Heute gehören Hilton erst zwei Hotels in Zürich und Basel aus den 70er-Jahren.

Dass der Hotelriese die tendenziell kleinen, privat geführten Schweizer Hotels vom Markt verdrängt, glaubt man beim Verband Hotelleriesuisse aber nicht. Im Gegenteil: «Kettenhotels sind eine willkommene Ergänzung», sagt Sprecher Manuel Staub. Die Marke Hilton sei derart stark, dass sie sogar zusätzliche Gäste in die Schweiz locke.

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