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Tour de FranceHincapie verpasst Maillot jaune haarscharf

George Hincapie (USA) ist der grosse Nutzniesser der 14. Etappe gewesen und stiess mit lediglich fünf Sekunden Rückstand auf den zweiten Gesamtrang vor.

Zwei Kilometer vor dem Ziel in Besançon konnte sich Hincapie als Angehöriger einer Fluchtgruppe noch als neuer Leader wähnen. Die Teamkollegen des Gesamtersten griffen nämlich erst 30 km vor Schluss ins Geschehen ein und reduzierten den Rückstand von sieben auf noch 5:35 Minuten. Auf den letzten 1000 Metern hatten die Helfer des Sprintkönigs Mark Cavendish eine delikaten Aufgabe zu meistern. Einerseits sollten sie das Tempo für den Briten so hoch halten, dass dieser noch einige Punkte für die Spezialwertung ergattern konnte. Anderseits galt es die zeitliche Distanz zu ihrem Mannschaftsgefährten Hincapie zu wahren, damit dieser eventuell die Spitze des Gesamtklassementes hätte übernehmen können.

Diese Gelegenheit verpasste Hincapie, der frühere Edelhelfer von Lance Armstrong, weil er auf den Angriff von Sergej Iwanow 10 km vor dem Ziel nicht reagierte. Der russische Strassenmeister stand die restliche Distanz gut durch und siegte mit 16 Sekunden Vorsprung auf seine früheren Fluchtgefährten. Iwanow, der schon vor acht Jahren eine Etappe der Tour de France für sich entschied hatte, erwischte für seine Attacke den richtigen Augenblick. Der 34-Jährige stuft seinen diesjährigen Triumph im Gold Race in Holland wichtiger ein als seinen neuesten Sieg.

Unter den Favoriten auf den Gesamtsieg herrschte erneut Waffenstillstand. Rinaldo Nocentini kann deshalb am Sonntag sein achtes Maillot jaune über die Schweizer Strassen tragen. Es ist zu hoffen, dass die Bergankunft in Verbier endlich dazu führt, dass an der Spitze des Gesamtklassementes die Spreu vom Weizen getrennt wird.

Eine 61-jährige Zuschauerin ist bei der Passage der Tour de France nach einem Unfall gestorben (20 Minuten Online berichtete). Die Frau war in Wittelsheim, 38 km nach dem Start der 14. Etappe in Colmar, mit einem Motorrad der Republikanischen Garde kollidiert.

96. Tour de France. 14. Etappe, Colmar - Besançon (199 km):

1. Sergej Iwanow (Russ) 4:37:46.

2. Nicolas Roche (Irl) 0:16.

3. Hayden Roulston (Neus).

4. Martijn Maaskant (Ho).

5. Sébastien Minard (Fr).

6. Daniele Righi (It).

7. Christophe Le Mevel (Fr).

8. George Hincapie (USA).

9. Daniele Bennati (It), alle gleiche Zeit.

10. Gerald Ciolek (De) 0:22.

11. Albert Timmer (Ho) 0:26.

12. Frederik Willems (Be) 3:41.

13. Thor Hushovd (No) 5:36.

14. Mark Renshaw (Au).

15. Jauheni Hutarowitsch (WRuss).

16. José Joaquin Rojas (Sp).

17. Koen de Koert (Ho).

18. Marco Bandiera (It).

19. Brett Lancaster (Au).

20. Jérémy Roy (Fr).

Ferner: 31. Fränk Schleck (Lux). 35. Cadel Evans (Au). 37. Alberto Contador (Sp). 45. Rinaldo Nocentini (It). 47. Roman Kreuziger (Tsch). 48. Andreas Klöden (De). 49. Lance Armstrong (USA). 60. Denis Mentschow (Russ). 62. Gregory Rast (Sz). 70. Bradley Wiggins (Gb). 83. David Loosli (Sz). 89. Tom Boonen (Be). 94. Carlos Sastre (Sp). 98. Fabian Cancellara (Sz). 121. Alessandro Ballan (It). 154. Mark Cavendish (Gb), alle gleiche Zeit.

164 klassiert.

Gesamtklassement:

1. Nocentini 58:13:52.

2. Hincapie 0:05.

3. Contador 0:06.

4. Armstrong 0:08.

5. Le Mevel 0:43.

6. Wiggins 0:46.

7. Klöden 0:54.

8. Tony Martin (De) 1:00.

9. Christian Vandevelde (USA) 1:24.

10. Andy Schleck 1:49.

11. Vincenzo Nibali (It) 1:54.

12. Luis-Leon Sanchez (Sp) 2:16.

13. Monfort 2:21.

14. Fränk Schleck 2:25.

15. Kreuziger 2:40.

16. Wladimir Jefimkin (Russ) 2:45.

17. Sastre 2:52.

18. Mikel Astarloza (Sp) 3:02.

19. Evans 3:07.

20. Kim Kirchen (Lux) 3:16.

Ferner: 68. Cancellara 36:45. 81. Loosli 48:28. 84. Ballan 49:21. 133. Rast 1:28:57. 136. Cavendish 1:30:55. 148. Boonen 1:38:42.

(si)

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