Aktualisiert 06.02.2014 17:46

Texas

Hingerichtet – wegen Mord an Behindertem

Suzanne Basso starb in Texas durch die Giftspritze. Sie hatte ihren behinderten Freund zu Tode gefoltert, um an seine Lebensversicherung zu kommen.

Suzanne Basso starb am Mittwochabend im Gefängnis von Huntsville im US-Bundesstaat Texas durch die Giftspritze.

Suzanne Basso starb am Mittwochabend im Gefängnis von Huntsville im US-Bundesstaat Texas durch die Giftspritze.

Suzanne Basso starb am Mittwoch durch die Giftspritze. Die im Rollstuhl sitzende Frau wurde um 18.26 Uhr Ortszeit (1.26 Uhr Schweizer Zeit) für tot erklärt, wie eine Sprecherin der Gefängnisverwaltung mitteilte. Die 59-Jährige war als Kopf einer Bande verurteilt worden, die im Jahr 1998 den geistig behinderten Louis Musso in Texas brutal gefoltert und mit Baseballschlägern erschlagen hatte. Den Mann hatte Basso laut der Staatsanwaltschaft auf einem Kirchenfest in New Jersey kennengelernt.

In der Hoffnung auf ein gemeinsames Leben zog Musso nach Jacinto City, einer Ortschaft östlich von Houston. Laut der Anklage hatte es die bereits verheiratete Basso aber lediglich auf die Sozialhilfe und Lebensversicherung des 59-Jährigen abgesehen.

Opfer brutal misshandelt

Gerichtsdokumente beschreiben das Martyrium, dem Musso tagelang ausgesetzt war. Er war in einer Lösung aus Bleich- und Putzmittel gebadet und mit einer Drahtbürste abgeschrubbt worden. Seine Leiche wies 17 Stichwunden am Kopf auf. Hinzu kommen Zigarettenverbrennungen am Rücken, eine Schädelfraktur, 14 gebrochene Rippen und zwei ausgekugelte Lendenwirbel.

Im Zusammenhang mit seinem Tod wurden fünf weitere Angeklagte verurteilt, darunter Bassos Sohn. Die Todesstrafe beantragte die Staatsanwaltschaft jedoch nur für Basso, welche die treibende Kraft bei der Ermordung von Louis Musso gewesen sein soll.

«Gefährlich und manipulativ»

Rund eine Stunde vor der Vollstreckung hatte der Oberste Gerichtshof der USA am Mittwoch einen Aufschub der Hinrichtung der Frau abgelehnt. Mit diesem Antrag war Bassos Anwalt schon zuvor gescheitert. Er hatte argumentiert, dass seine Mandantin unzurechnungsfähig sei und unter anderem an Wahnvorstellungen leide.

Doch die Gerichte folgten einem Urteil eines Bundesrichters vom Januar, wonach Basso Geschichten über sich selbst erfinde, nach Aufmerksamkeit giere und psychologische Gutachten manipuliere.

60 Frauen im Todestrakt der USA

Suzanne Basso ist die 14. Frau, die in den USA hingerichtet wurde, seit der Oberste Gerichtshof im Jahr 1976 die Wiedereinführung der Todesstrafe erlaubt hatte. Im gleichen Zeitraum wurden rund 1400 Todesurteile an Männern vollstreckt.

Rund 60 Frauen sitzen derzeit in den Todeszellen der US-Gefängnisse – das sind zwei Prozent aller Todeskandidaten. Texas ist der US-Bundesstaat mit den meisten Hinrichtungen, bislang wurden dort fünf Frauen und 505 Männer exekutiert. Die Hinrichtung Bassos war in diesem Jahr die zweite in Texas. (sda)

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