Hinrichtung mit Giftspritze verboten
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Hinrichtung mit Giftspritze verboten

Eine Richterin in Tennessee hat Hinrichtungen mit der Giftspritze als verfassungswidrig abglehnt, weil nicht sichergestellt werden kann, dass die Todeskandidaten zunächst in Narkose versetzt werden.

Die Folge sei «ein schrecklicher, qualvoller Tod». Bundesrichterin Aleta Trauger hatte eine Entscheidung zur geplanten Hinrichtung von Edward Jerome Harbison zu treffen, die für Mittwoch nächster Woche angesetzt ist. Das Risiko unnötiger Schmerzen verletze die verfassungsmässigen Rechte des Todeskandidaten, urteilte Trauger. Harbison wurde wegen der Ermordung einer älteren Frau im Jahr 1983 zum Tode verurteilt. Die Richterin ordnete keine Verschiebung der Hinrichtung an, sondern erklärte, dass die Todesstrafe vollstreckt werden könne, wenn dies auf eine zulässige Weise geschehe.

Eine Sprecherin des Generalstaatsanwalts von Tennessee sagte, das Urteil werde noch geprüft. Es sei noch nicht entschieden, ob Berufung dagegen eingelegt werde.

Die Hinrichtung mit der Injektion von Gift wird in 37 US-Staaten praktiziert. Die Alternative zum tödlichen Stromschlag auf dem elektrischen Stuhl ist jedoch zunehmend umstritten. Elf Staaten haben diese Art der Tötung ausgesetzt und eine Überprüfung eingeleitet. Die tödliche Injektion besteht meist aus einer Kombination von drei Wirkstoffen: Das Betäubungsmittel Thiopental soll den Häftling bewusstlos machen, Pancuronium-Bromid blockiert das neuromuskulare System, und Kaliumchlorid soll einen Herzstillstand herbeiführen. (dapd)

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