Aktualisiert 06.09.2007 17:30

Hinterbliebene wollen die Schweiz verklagen

Nach der Verurteilung von vier Skyguide-Mitarbeitern wegen des Flugzeugunglücks von Überlingen wollen Hinterbliebene der Opfer die Schweiz verklagen.

Das meldete eine russische Nachrichtenagentur am Donnerstag. Der Schuldspruch gegen die Fluglotsen ermögliche eine Klage gegen den Bund, der Mehrheitseigentümer von Skyguide sei, sagte ein Sprecher der Hinterbliebenen.

Der Sprecher hatte bereits 2004 eine Entschädigung aus einem von Deutschland, der Schweiz und Skyguide gespiesenen Fonds für die Hinterbliebenen als «erbärmlich» bezeichnet.

Das Bezirksgericht Bülach hatte am Dienstag vier Mitarbeiter der Skyguide wegen des Crashs von 2002 bei Überlingen schuldig gesprochen. Drei von ihnen - ehemalige Kader - wurden wegen mehrfacher fahrlässiger Tötung zu bedingten Freiheitsstrafen von zwölf Monaten verurteilt.

In der Nacht zum 2. Juli 2002 waren ein russisches Passagierflugzeug vom Typ TU-154 und eine Frachtmaschine vom Typ Boeing 747 über dem Bodensee im Kontrollbereich von Skyguide zusammengestossen und abgestürzt. Dabei starben 71 Menschen, darunter 45 russische Kinder, die zum Urlaub nach Spanien reisten. (sda)

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