Atomstreit geht weiter: Hinweise auf Atombombe im Iran
Aktualisiert

Atomstreit geht weiterHinweise auf Atombombe im Iran

Die Internationale Atomenergiebehörde IAEA hat im Iran Hinweise auf die Entwicklung vom Atomwaffen gefunden. Die Angst vor einem Krieg wächst.

Gemäss dem jüngsten Bericht der Internationalen Atomenergiebehörde IAEA in Wien hat der Iran bis 2003 an einem Programm für Atomwaffen gearbeitet. Die IAEA schliesst nicht aus, dass Teheran einige Aktivitäten weiterführt.

Der Iran habe in seinem Atomprogramm Arbeiten ausgeführt, die zur Entwicklung von Atomwaffen dienen könnten, heisst es im IAEA-Bericht zum iranischen Atomprogramm, der am Dienstag veröffentlicht wurde. Diese Erkenntnisse basierten auf vertrauenswürdigen Informationen

Die waffen-relevanten Arbeiten seien Teil eines «strukturierten Programms» bis 2003 gewesen. Möglicherweise würden einige dieser Aktivitäten weitergeführt.

Den Erkenntnissen der IAEA zufolge hat der Iran bei seinen Arbeiten an Atomwaffen auch Komponenten getestet. Unter anderem seien Experimente mit starkem Sprengstoff ein wesentliches Indiz für diese Waffenentwicklungen. Besonders beunruhigt sei die IAEA über Studien zu atomaren Bauteilen aus den Jahren 2008 und 2009.

Keine Beweise

Zuvor war in westlichen Medien bereits heftig über den IAEA- Bericht spekuliert worden. Der UNO-Beörde lägen neue Erkenntnisse über den militärischen Charakter des iranischen Atomprogramms vor, hiess es etwa.

«Es gibt keine zuverlässigen Beweise, dass der Iran einen atomaren Sprengkopf entwickeln wird», entgegnete der iranische Aussenminister AliAkbar Salehi bei einem Besuch in Armenien. Dem Westen und den USA warf er vor, «ohne ernsthafte Argumente und Beweise Druck auf den Iran auszuüben». Zugleich versicherte er erneut, das Atomprogramm diene ausschliesslich friedlichen Zwecken.

Säbelrasseln in Israel

Israels Präsident Schimon Peres, dessen Land selbst eine Atommacht ist - bislang die einzige im Nahen und Mittleren Osten westlich von Pakistan - hatte am Wochenende erklärt, ein Angriff Israels und anderer Länder gegen iranische Atomanlagen werde «immer wahrscheinlicher». Er sei eher zu erwarten als eine diplomatische Lösung.

Verteidigungsminister Ehud Barak bemühte sich wiederum, Sorgen vor einem unmittelbar bevorstehenden israelischen Krieg mit dem Iran zu zerstreuen. «Ein Krieg ist kein Picknick, und wir wollen keinen Krieg», sagte er dem israelischen Rundfunk. «Israel hat sich noch nicht für einen militärischen Einsatz entschieden.»

Frankreich und Deutschland warnten eindringlich vor den Folgen eines Militärschlags gegen den Iran. «Man muss alles tun um zu vermeiden, was irreparabel wäre: eine militärische Intervention», sagte der französische Aussenminister Alain Juppé.

Auch Russlands Präsident Dmitri Medwedew warnte vor «einer überaus gefährlichen Rhetorik». Ein Militärschlag könne «in einer Katastrophe und einem grossen Krieg enden», sagte Medwedew. (sda)

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