Handball: Hinweise auf weitere Bestechungsversuche
Aktualisiert

HandballHinweise auf weitere Bestechungsversuche

Dem Europäischen Handball-Verband (EHF) liegen Hinweise auf weitere Bestechungsversuche bei Europacup-Spielen vor.

Neu sind zwei Fälle, die von der EHF nicht präzisiert wurden. Das ist das Ergebnis der Befragung von 304 Schiedsrichtern und 137 Delegierten, die die EHF acht Tage zuvor eingeleitet hatte. 276 Schiedsrichter und 134 Delegierte haben nach Verbandsangaben den Fragebogen beantwortet. Dabei sind sechs Vorfälle beschrieben worden, vier davon sind bereits bekannt. Die Unparteiischen und Spielbeobachter, die sich bislang nicht gemeldet haben, sollen nochmals angeschrieben werden.

Der norwegische Internationale Johnny Jensen vom deutschen Spitzenklub Flensburg-Handewitt hat derweil über Schiedsrichterbestechungen berichtet und eine düstere Zukunftsprognose abgegeben. «Ich glaube, dass das, was wir erleben, nur die Spitze des Eisbergs ist», sagte Jensen.

Die Unparteiischen seien aber nicht nur mit Geld bestochen gewesen. «Manchen Schiedsrichtern hat der Verein eine Ferienwoche und eine schöne Schiffreise spendiert. Oder sie durften mit Frauen weggehen und feiern - alles, was die Schiedsrichter wollten», meinte Jensen gegenüber Spiegel-Online.

Jensen befürchtet zudem weitreichende Folgen für den Handball, wenn sich beispielweise die Manipulationsvorwürfe gegen den deutschen Meister Kiel bewahrheiten sollten: «Die Sponsoren und Zuschauer würden wegbleiben, dann müsste man viel Aufbauarbeit für den Sport leisten.»

(si)

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