Aktualisiert 03.05.2006 19:56

Hip-Hop goes Latein: Ista rappen wie die alten Römer

Lateinischer Hip-Hop? Was für Freaks! Doch seit die Medien Latein zur Trendsprache erkoren, ist die deutsche Rap-Crew Ista plötzlich Kult.

«Estne ista, quae ante portas stat?» So tönt es, wenn die deutschen Latein-Rapper Ista loslegen. Übersetzt heisst der Reim: «Ist es die da, die da am Eingang steht?» Mit Fanta 4 und ihrem 1992-Hit «Die da» fing alles an: «Wir fragten den Lehrer, was ‹die da› auf Lateinisch heisst», erinnert sich Frontsänger Clemens Liedtke. «Ista», sagte dieser – und die Idee für lateinischen Rap war geboren.

Liedtke und seine Freunde übersetzten den ganzen Fanta-4-Song und gingen damit ins Studio. Mittlerweile gibt es eine ganze Reihe von Ista-Tracks; nicht nur Covers, sondern auch klassische Lateintexte vertonte die achtköpfige Combo bereits.

«Latein ist vom Rhythmus her prädestiniert für Sprechgesang», findet Liedtke. Doch damit nicht genug: Die Sprache der alten Römer ist wieder im Trend. Laut einer deutschen Studie stieg 2005 die Zahl der Lateinschüler um neun Prozent. «Seit dies bekannt ist, werden wir überrollt von den Medien», sagt der 30-jährige Liedtke. «Die Welt», ZDF, ja gar die BBC hätten über Ista berichtet.

Latein ist also wieder angesagt – und dies nicht nur bei verschrobenen Altphilologen. Was aber, wenn man von Latein nicht mehr als «Errare humanum est» kennt? «Da ist es nicht anders als bei Eros Ramazzotti», grinst Liedtke. «Seine Texte verstehen viele auch nicht.»

Stefanie Rigutto

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