Prävention: Hip-Hop-Gruss hilft gegen Grippe
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PräventionHip-Hop-Gruss hilft gegen Grippe

Um die Ausbreitung von Krankheiten zu vermeiden, sollen sich die Menschen nicht mehr die Hand geben, sondern sich wie junge Leute mit High-Five oder geballter Faust begrüssen.

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Aus hygienischen Gründen raten walisische Forscher, bei Begrüssungen künftig nicht mehr Hände zu schütteln. Im Bild: Das Pulver in der Handfläche symbolisiert den möglichen Bakterien-Transfer beim Handschlag.

Aus hygienischen Gründen raten walisische Forscher, bei Begrüssungen künftig nicht mehr Hände zu schütteln. Im Bild: Das Pulver in der Handfläche symbolisiert den möglichen Bakterien-Transfer beim Handschlag.

Keystone/AP/Anthony Pugh
Viel weniger Bakterien werden übertragen, wenn man zur Begrüssung die Fäuste aneinanderstösst. Wie das aussehen soll, wissen nicht nur die beiden Forscher David Whitworth und Sara Mela.

Viel weniger Bakterien werden übertragen, wenn man zur Begrüssung die Fäuste aneinanderstösst. Wie das aussehen soll, wissen nicht nur die beiden Forscher David Whitworth und Sara Mela.

Keystone/Anthony Pugh
Auch US-Präsident Barrack Obama macht es seit geraumer Zeit vor.

Auch US-Präsident Barrack Obama macht es seit geraumer Zeit vor.

Keystone/AP/Charles Dharapak

Den Knigge-Fans dürfte die Idee von Forschern der Aberystwth Universität in Wales sauer aufstossen. Denn die schlagen vor, sich zur Begrüssung künftig nicht mehr die Hand zu geben, sondern sich – wie bei Jugendlichen und in der Hip-Hop-Szene üblich – High-Five zu geben, oder noch besser: die Fäuste aneinanderzustossen. Und zwar aus hygienischen Gründen, wie die Hochschule mitteilt. Grund für den ungewöhnlichen Vorschlag: Beim klassischen Handschlag werden nicht nur Höflichkeiten, sondern auch jede Menge Bakterien ausgetauscht.

Um herauszufinden, wie gross die Ansteckungsgefahr ist, tunkte das Team um Dave Whitworth seine behandschuhten Hände in eine mit E.coli-Bakterien angereicherte Flüssigkeit und prüfte anschliessend, wie viele Erreger bei unterschiedlichen Formen der Begrüssung übertragen werden. Ergebnis: Je intensiver und fester der Händedruck war, desto grösser war die Übertragungsrate. Beim High-Five waren es nur noch halb so viele. Beim Faustgruss sogar 90 Prozent weniger.

Grosses Potenzial

«Die Menschen denken nur selten über die gesundheitlichen Auswirkungen des Händeschüttelns nach», so Whitworth. Würde man aber eine breite Öffentlichkeit dazu auffordern, sich künftig per Faust zu begrüssen, bestünde ein echtes Potenzial, die Ausbreitung von Infektionskrankheiten zu senken. Die Ergebnisse könnten vor allem bei der Eindämmung von Infektionskrankheiten wie MRSA und Grippe zuträglich sein. Für Spitäler empfiehlt Withworth sogar die vollständige Vermeidung von Körperkontakt bei der Begrüssung.

Unterstützung bekommen die Waliser unter anderem aus den USA. Laut dem Center for Disease Control and Prevention werden rund 80 Prozent aller Infektionskrankheiten über die Hände weitergereicht. Die Information wird in entsprechenden Kampagnen kommuniziert. Auch in Deutschland ist dieser Übertragungsweg Thema. Dies dank der Initiative No-Hands. In der Schweiz weiss man spätestens seit der Schweinegrippe 2009, wie wichtig die Handhygiene ist. Damals wurden hierzulande nicht nur überall in öffentlichen Gebäuden Dispenser mit Desinfektionslösung installiert, sondern in TV-Spots auch Tipps zum richtigen Händewaschen gegeben.

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