Berner Multikulti-Rapper: Hip-Hop statt Kriminalität

Aktualisiert

Berner Multikulti-RapperHip-Hop statt Kriminalität

«Ds isch d'Houptstadt»: Unter diesem Motto haben sich junge
Hip-Hopper zusammengetan und rappen mehrsprachig über Bern – «ihr Ghetto».

von
Nina Jecker
Gloria Kubiena (r.) will zeigen, dass Bern für viele verschiedene Menschen Heimat bedeutet. (meo)

Gloria Kubiena (r.) will zeigen, dass Bern für viele verschiedene Menschen Heimat bedeutet. (meo)

Sie sind zwischen 18 und 23 Jahre alt, stammen unter anderem aus der Schweiz, Südafrika und der Karibik und haben zwei Dinge gemeinsam: ihre Liebe zu Hip-Hop und zur Bundesstadt. «Bern ist meine Heimat. Ich bin hier aufgewachsen und ich finde es nirgends schöner», schwärmt Rapper Gloria Kubiena. Der 21-jährige gebürtige Angolaner ist Initiant des Projekts «Championz Liga», einer Kooperation von rund zehn Berner Hip-Hop-Acts, die in einem gemeinsamen Track auf Berndeutsch, Französisch, Englisch und Spanisch die Stadt Bern als «ihr Ghetto» preisen. Dass Single und Video recht gangstermässig daherkommen, überrascht nicht: «Zum Rap kam ich mit 14 Jahren. Er half mir in der Zeit im Heim, Aggressionen rauszulassen», so Kubiena.

Als Bad Boys sehen sich die Jungs nicht. Noch in diesem Jahr planen sie Projekte mit Kindern. «Mich hat schon ein Zweitklässler angefragt, ob er mitmachen könnte. Darauf freue ich mich», so Kubiena, der laut eigenen Angaben nie eine Chance bekommen hat. «Es wäre toll, wenn dank uns Junge heute Rap früher als Ventil entdeckten, statt zu kiffen oder anderen Mist zu bauen.» Um ihre Ideen zu realisieren, suchen die Rapper Sponsoren.

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