Diagnose Amöbe: Hirnfressende Parasiten befallen 16-Jährigen
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Diagnose AmöbeHirnfressende Parasiten befallen 16-Jährigen

Sebastian DeLeon hält seine Kopfschmerzen nicht mehr aus und geht ins Spital. Da erhält er die Schockdiagnose: hirnfressende Amöben.

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vbi
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Sebastian DeLeon hatte hirnfressende Amöben. Nur drei Prozent der Betroffenen überleben den Parasitenbefall. Der 16-Jährige hatte Glück. Die Ärzte gehen davon aus, dass er sich vollkommen erholen wird.

Sebastian DeLeon hatte hirnfressende Amöben. Nur drei Prozent der Betroffenen überleben den Parasitenbefall. Der 16-Jährige hatte Glück. Die Ärzte gehen davon aus, dass er sich vollkommen erholen wird.

Screenshot Twitter/Fox32 Chicago
Humberto Liriano hat DeLeon behandelt. Nachdem klar war, dass der Junge die Parasiten überlebt hat, hielt er zusammen mit DeLeons Eltern eine Pressekonferenz ab. Die Geschichte ging ihm so nah, dass der Arzt weinen musste.

Humberto Liriano hat DeLeon behandelt. Nachdem klar war, dass der Junge die Parasiten überlebt hat, hielt er zusammen mit DeLeons Eltern eine Pressekonferenz ab. Die Geschichte ging ihm so nah, dass der Arzt weinen musste.

Screenshot Washington Post
«Wir sind so dankbar, dass er lebt», sagte die Mutter an der Pressekonferenz.

«Wir sind so dankbar, dass er lebt», sagte die Mutter an der Pressekonferenz.

Screenshot Washington Post

Sebastian DeLeon war mit seiner Familie in den Ferien in Orlando im US-Staat Florida, als er unerträgliche Kopfschmerzen bekam. Schnell hatte die Familie das Gefühl, dass etwas mit dem Jungen nicht stimmte. Sie brachte den 16-Jährigen ins Spital.

Die Ärzte diagnostizierten zuerst eine Hirnhautentzündung. Die Symptome Übelkeit, Lichtempfindlichkeit und Kopfschmerzen sprachen dafür. Allerdings hatte er keinen steifen Nacken. Deshalb ordneten die Ärzte weitere Untersuchungen an.

Die Medikamente waren innerhalb von 12 Minuten da

Die Tests brachten die schlimme Gewissheit: DeLeon litt an hirnfressenden Amöben. Diese Diagnose ist praktisch ein Todesurteil. Nur drei Prozent der Infizierten überleben die Krankheit. Oftmals infizieren sich Menschen im warmen Wasser mit dem seltenen Parasiten. Dieser gelangt wohl durch die Nase ins Hirn.

Den Ärzten blieb nur wenig Zeit, um den Teenager zu retten. Weil die nötigen Medikamente nur selten gebraucht werden, sind sie in den Spitälern oft nicht vorhanden.

Doch DeLeon hatte Glück. Innerhalb von zwölf Minuten waren die Medikamente da. Trotzdem war die Rettung des Jungen alles andere als sicher. Sein behandelnder Arzt Humberto Liriano sagte zur «Washington Post»: «Ich sagte Sebastians Eltern, dass sie sich von ihm verabschieden sollen.»

DeLeon erholt sich langsam

Die Ärzte mischten die nötigen Medikamente zusammen und versetzten den Jungen in ein künstliches Koma. Dann setzten sie seine Körpertemperatur auf 33 Grad runter. Nach drei Tagen dann die erlösende Nachricht: Tests zeigten, dass DeLeon komplett frei von den Amöben war.

Die Ärzte weckten den 16-Jährigen auf. Nach einigen Stunden begann er zu sprechen. Zwei Wochen danach sind die Ärzte zuversichtlich, dass DeLeon keine bleibenden Schäden davontragen wird. «Wir sind so dankbar, dass er lebt», sagte die Mutter.

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