Aktualisiert 09.02.2015 12:43

Glücklicher Zufall

Hirscher hat sein Gold dem Horror-Sturz zu verdanken

Nach der Abfahrt ohne Medaillenchance, holt Marcel Hirscher in der Superkombi doch noch Gold. Das Unmögliche möglich machte Ondrej Bank.

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Sonntag, 08. Februar 2015:Marcel Hirscher heisst der neue Super-Kombinations-Weltmeister. Kjetil Jansrud und Ted Ligety komplettieren das Podium.

Sonntag, 08. Februar 2015:Marcel Hirscher heisst der neue Super-Kombinations-Weltmeister. Kjetil Jansrud und Ted Ligety komplettieren das Podium.

AFP/Ezra Shaw
Im Slalom startet der Österreicher mit der Startnummer 1 aufgrund des Sturzes von Ondrej Bank aus der Abfahrt und gewinnt mit einer soliden Leistung im Stangenwald.

Im Slalom startet der Österreicher mit der Startnummer 1 aufgrund des Sturzes von Ondrej Bank aus der Abfahrt und gewinnt mit einer soliden Leistung im Stangenwald.

Keystone/Expa / Johann Groder
Kjetil Jansrud nimmt 3,16 Sekunden Vorsprung mit in den Hang und kann Hirscher dennoch nicht übertrumpfen. Trotzdem reicht es für den Norweger zu Silber.

Kjetil Jansrud nimmt 3,16 Sekunden Vorsprung mit in den Hang und kann Hirscher dennoch nicht übertrumpfen. Trotzdem reicht es für den Norweger zu Silber.

Keystone/George Frey

Dass ihre Trümpfe ausgerechnet in der Königsdiziplin nicht stachen, traf die Skination Österreich hart. Das muss man sich auf der Zunge zergehen lassen: Während die Schweiz in der WM-Abfahrt vom Samstag Gold (Küng) und Bronze (Feuz) einheimste und mit Carlo Janka (9.) und Didier Défago (11.) zwei weitere Top-Rangierungen herausfuhr, tauchte mit Matthias Mayer der erste Ösi erst auf Rang 12 auf.

Der Kater unserer Nachbarn dauerte aber lediglich 24 Stunden an. Mit seiner Gold-Medaille in der Superkombination versetzte Marcel Hirscher die Skination Österreich wieder in Ekstase . Möglich machte das dritte WM-Gold (Nach Reichelt und Fenninger) aber nur der schwere Sturz von Ondrej Bank.

Denn nach dem ersten Teil, der Abfahrt, schien Hirschers Mission Gold unmöglich. Seine 3,16 Sekunden Rückstand brachten dem Supertechniker lediglich Rang 31 ein. Der 25-Jährige musste sich damit abfinden, den Slalom als 31. und damit auf einer bereits zerfahrenen Piste in Angriff zu nehmen.

Hirschers Fazit: «Mit der 31 hätte ich nie gewonnen»

In der Mittagspause die Hiobsbotschaft: Weil der beim Zielsprung schwer gestürzte Ondrej Bank nachträglich disqualifiziert wurde, rutschte Hirscher auf Position 30 vor. Wie die Rennleitung in der Nachbetrachtung richtig sah, war Bank mit beiden Beinen durch das letzte Tor gefahren. Hirscher durfte in seiner Parade-Disziplin mit der Startnummer eins ins Rennen gehen.

Wenn man die Slalom-Qualitäten des dreifachen Gesamtweltcup-Siegers betrachtet, war der Rest quasi Formsache. Hirscher nutzte die Gunst der Stunde und zeichnete auf der jungfräulichen Piste eine Zeit in den Schnee, die ihm seinen dritten WM-Titel brachte. Der 25-Jährige wusste, dass Banks Pech sein Glück war. «Mit der ‹31› hätte ich das Rennen nie und nimmer gewonnen.»

Fairer Wettkampf anstatt «Stallorder»

Die Österreicher hätten es einfacher haben können, verzichteten aber auf eine «Stallorder». Sprich: Wenn Teamkollege Otmar Striedinger, mit Startnummer 35 gestartet, die Anweisung erteilt worden wäre, sich in der Abfahrt nicht vor Medaillen-Kandidat Hirscher zu klassieren, hätte Hirscher womöglich nicht von der Disqualifikation profitieren müssen. Doch der 23-jährige Striedinger fuhr auf den 25. Rang und war massgeblich daran beteiligt, dass Hirscher aus den Top 30 flog.

Medaillenspiegel der WM in Vail/Beaver Creek:

1. Österreich 3 Gold, 1 Silber, 0 Bronze

2. Slowenien 1 1 0

Schweiz 1 0 2

4. USA 0 1 2

5. Kanada 0 1 0

Norwegen 0 1 0

6. Frankreich 0 0 1

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