11.10.2017 12:11

Material-TestsHirscher vertraut auf Schweizer Körper-Double

Wegen seiner Verletzungspause konnte Marcel Hirscher kaum neue Ski testen. Der Nidwaldner Semyel Bissig übernahm diese Aufgabe für sein Vorbild.

von
mh
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Im ersten Schneetraining im August zog er sich einen Knöchelbruch zu: Ski-Star Marcel Hirscher musste sechs Wochen einen Gips tragen.

Im ersten Schneetraining im August zog er sich einen Knöchelbruch zu: Ski-Star Marcel Hirscher musste sechs Wochen einen Gips tragen.

Keystone
Der sechsfache Gesamtweltcupsieger hat durch seine Verletzung einige Schneetrainings verpasst, sein Comeback soll spätestens Anfang Dezember erfolgen.

Der sechsfache Gesamtweltcupsieger hat durch seine Verletzung einige Schneetrainings verpasst, sein Comeback soll spätestens Anfang Dezember erfolgen.

Keystone
Damit der Österreicher im Olympiawinter in Sachen Materialtests gegenüber der Konkurrenz nicht zu weit in Rückstand gerät, suchte sein Ausrüster Atomic nach einem geeigneten Double ...

Damit der Österreicher im Olympiawinter in Sachen Materialtests gegenüber der Konkurrenz nicht zu weit in Rückstand gerät, suchte sein Ausrüster Atomic nach einem geeigneten Double ...

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Das Schnee-Comeback von Marcel Hirscher ist Tatsache – früher als erwartet. Der österreichische Ausnahmesportler schnallte am Mittwoch auf dem Kitzsteinhorn erstmals nach seiner Verletzung die Ski an und zog ein paar Schwünge, wie er auf Instagram preisgab (siehe unten).

Die Zeit drängt für ihn, denn schliesslich steht ein Olympiawinter vor der Tür, in dem Hirscher seine Topform erlangen möchte. An Olympischen Spielen hat der sechsfache Gesamtweltcupsieger und sechsfache Weltmeister noch keine grossen Stricke zerrissen. Slalom-Silber 2014 in Sotschi war bislang die einzige Ausbeute des erfolgsverwöhnten Salzburgers.

«Alle beginnen bei null»

Hirschers grösste Sorge nach seinem Aussenknöchelbruch im August ist aber die Materialreform. Im Riesenslalom kommen ab dem Weltcup-Start in Sölden Ende Oktober neue Ski zum Einsatz. Der Radius wird von 35 auf 30 Meter verringert. Die Rennlatten dürfen auch drei Zentimeter kürzer sein (Minimum 1,93 m). Hirscher: «Alle beginnen bei null. Es fehlen mir 20 bis 25 Ski-Tage auf die Konkurrenz.»

Ein genialer Coup soll ermöglichen, dass der Dominator der vergangenen Jahre schnell wieder ganz oben steht. Ausrüster Atomic suchte nach einem Körper-Double, um trotz Hirschers Verletzung an seiner Rennabstimmung feilen zu können. Weil der Tiroler Fabio Gstrein zu leicht ist, fiel die Wahl auf einen Schweizer: Semyel Bissig, ebenfalls Atomic-Fahrer.

Gleiche Sohlenlänge, gleicher Fahrstil

Der Nidwaldner ist 19 Jahre alt, fährt im Europacup und gehört dem B-Kader von Swiss-Ski an. Im März gewann er an der Junioren-WM in Are Bronze im Super-G. Vor allem aber ist Bissig die perfekte Hischer-Kopie. Von der Sohlenlänge der Schuhe (295 mm) bis zum Fahrstil gleicht er dem Weltstar. Vor zwei Jahren sagte er gegenüber Skionline.ch: «Marcel Hirscher ist für mich ein Sportler, den man sich zum Vorbild nehmen kann. Bei ihm stimmt das Gesamtpaket: Wie er trainiert, wie er Ski fährt, wie er Interviews gibt, wie er sich vorbereitet, das passt einfach.»

Nun soll ausgerechnet der erfolgreichste Skifahrer der Geschichte von Bissigs Erfahrungswerten profitieren, denn Hirscher absolvierte bisher nur zwei Testfahrten mit dem neuen Modell – im März in Aspen. Sein Renn-Comeback hat der 28-Jährige für Anfang Dezember in Beaver Creek geplant, im Fall eines «kleinen Wunders» könne es auch für Levi Mitte November reichen, hatte er vor zwei Wochen gesagt.

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