Neue Wendung: Hisbollah will nichts mit Attentat zu tun haben

Aktualisiert

Neue WendungHisbollah will nichts mit Attentat zu tun haben

Die militante Hisbollah-Organisation im Libanon hat einen «Spiegel»-Bericht über eine Verwicklung in das Attentat auf den früheren Ministerpräsidenten Rafik Hariri zurückgewiesen.

Der Bericht sei eine «Erfindung» und solle nur davon ablenken, dass vor kurzem mehr als ein Dutzend Menschen unter dem Verdacht festgenommen worden seien, die Hisbollah für Israel ausspioniert zu haben, erklärte die «Partei Gottes» am Sonntag.

Das Nachrichtenmagazin «Der Spiegel» hatte am Wochenende unter Berufung auf das Haager Sondertribunal zur Aufklärung des Mordes von einer überraschenden Wende bei den Ermittlungen berichtet. Demnach «waren es nicht Syrer, sondern Sondereinsatzkräfte der Hisbollah, die den Anschlag geplant und durchgeführt haben». Das Magazin beruft sich auf Erkenntnisse aus dem Umkreis des Tribunals und Einsicht in interne Papiere. Tribunal-Chef Daniel Bellemare und seine Richter wollten diese Erkenntnisse, die ihnen seit etwa einem Monat bekannt seien, offensichtlich zurückhalten, heisst es in dem Bericht weiter.

Das Tribunal hatte Anfang März seine Arbeit aufgenommen. Eine Anklage wegen des Attentats auf Hariri am 14. Februar 2005 ist noch nicht erhoben worden. Bei dem Anschlag wurden ausser Hariri 22 weitere Personen getötet. Wegen des Attentats befinden sich derzeit vier prosyrische libanesische Generäle in Gewahrsam. (dapd)

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