Archäologische Sensation: Historischer Grabfund in Baar – «Das passiert vielleicht einmal im Leben»

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Archäologische SensationHistorischer Grabfund in Baar – «Das passiert vielleicht einmal im Leben»

Bei Bauarbeiten wurde ein 4500 Jahre altes Grab entdeckt. Nach ersten Analysen handelt es sich um einen erwachsenen Mann, der im Alter zwischen 30 und 50 Jahren verstorben sein muss.

von
Yann Bartal
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Bei Bauarbeiten wurde ein 4500 Jahre altes Grab gefunden. Darin befand sich das Skelett eines erwachsenen Mannes.

Bei Bauarbeiten wurde ein 4500 Jahre altes Grab gefunden. Darin befand sich das Skelett eines erwachsenen Mannes.

Kanton Zug
Da vermutet wurde, dass frühmittelalterliche Gräber bei den Grabungen zum Vorschein kommen könnten, wurde die Baustelle von der kantonalen Archäologie überwacht.

Da vermutet wurde, dass frühmittelalterliche Gräber bei den Grabungen zum Vorschein kommen könnten, wurde die Baustelle von der kantonalen Archäologie überwacht.

Kanton Zug
Dabei kam ein noch viel älteres Grab als erhofft zum Vorschein.

Dabei kam ein noch viel älteres Grab als erhofft zum Vorschein.

Kanton Zug

Darum gehts

  • Bei Bauarbeiten in Baar wurde ein historisches Grab entdeckt, das wohl 4500 Jahre alt ist.

  • Der Fund ist sehr selten und für die Wissenschaft ausserordentlich wichtig.

  • Auch für die beteiligten Archäologinnen und Archäologen stellt der Fund eine Sensation dar.

  • Durch forensische Untersuchungen soll nunmehr zu den Lebensumständen des Mannes in Erfahrung gebracht werden.

«Es ist wie die Suche nach der Nadel im Heuhaufen. Und dann ist es auch noch so, dass wir nicht einmal wissen, ob es überhaupt eine Nadel hat.» – So beschreibt Gishan Schaeren, Leiter Abteilung Ur- und frühgeschichtliche Archäologie Kanton Zug, den archäologischen Erfolg. Da aufgrund der Nähe zur Kirche St. Martin vermutet wurde, dass Gräber aus dem Frühmittelalter zum Vorschein kommen könnten, hat die kantonale Archäologie die Baustelle überwacht. Doch niemand hatte damit gerechnet, auf ein 4500 Jahre altes Grab zu stossen.

Unter den Steinplatten wurde in einer einfachen Erdgrube ein Skelett entdeckt. Nach ersten Analysen handelt es sich um einen erwachsenen Mann, der im Alter zwischen 30 und 50 Jahren verstorben sein muss. Gemäss den damaligen Bräuchen wurde er mit angewinkelten Armen und Beinen und auf der rechten Körperseite liegend, mit dem Gesicht gegen Süden beerdigt. Hinter dem Rücken des Skeletts befand sich als Grabbeigabe ein becherförmiges Gefäss, das mit Abdrücken einer gezwirnten Schnur verziert ist, wie aus der Mitteilung der Behörde zu entnehmen ist.

«Es ist ein riesengrosses Glück und Zufall, dass wir das entdeckten.»

Gishan Schaeren, Leiter Abteilung Ur- und frühgeschichtliche Archäologie Kanton Zug

Der Fund sei für die Wissenschaft sehr wichtig, erklärt Gishan Schaeren. Aber nicht nur für die Wissenschaft – auch für Schaeren stellt es einen persönlichen Meilenstein dar: «Es ist auch für mich einfach grossartig. Das passiert vielleicht einmal im Leben.»

Forensische Untersuchung

Da das Skelett relativ schlecht erhalten ist, wurde es in Einzelteilen entnommen und wird nun am rechtsmedizinischen Institut Bern untersucht. Die Knochen könnten Hinweise auf Krankheiten und den Gesundheitszustand des Mannes liefern. Je nach Erhaltungsgrad könnte man auch Genaueres zur Herkunft des Verstorbenen herausfinden. Untersuchungen der Zähne könnten zeigen, wie sich der Mann ernährte, und dadurch Rückschlüsse auf seinen sozialen Status ermöglichen.

Bis zur Auswertung der Daten freuen sich die Beteiligten, dass der Kantonsarchäologie ein solch spannender Fund gelungen ist.

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