Equal prime beim SFV : «Historischer Tag» – Frauen-Nati kassiert nun Männer-Prämien 
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Equal prime beim SFV «Historischer Tag» – Frauen-Nati kassiert nun Männer-Prämien 

Die Frauen-Nati erhält nun gleich viel Prämien wie die Männer. Einzig bei den Verbands-Beiträgen sieht es anders aus. 

von
Sven Forster

So wird der EM-Kader 2022 bekanntgegeben. 

SFV

Darum gehts

«Es ist ein historischer Tag» – diese Worte stammen von Tatjana Hänni, der Direktorin im Frauenfussball beim Schweizerischen Fussballverband (SFV). Der Grund für diese Aussage: Eine doppelte Anpassung der Prämien im Schweizer Frauenfussball. Die Credit Suisse, Hauptpartnerin des SFV, schüttet ab sofort die gleichen Prämien an die Frauen und Männer-Teams aus. 

Der SFV geht den gleichen Weg. Ab 2024 werden im Verband sämtliche partnerbezogenen Erfolgsprämien für die Frauen- und Männer-Teams zu 100 Prozent angeglichen. Dies betrifft die Bonuszahlungen, die beispielsweise bei erfolgreicher Qualifikation für eine EM- oder WM-Endrunde oder bei Erfolgen an besagten Turnieren anfallen.

«Ein starkes Zeichen für den Frauenfussball»

Dominique Blanc, Präsident SFV sagt: «Dass unsere langjährige Hauptpartnerin Credit Suisse die Prämienzahlungen angleicht, ist ein starkes Zeichen für den Frauenfussball, das wir unterstützen und mit eigenen Massnahmen weiter vorantreiben.» André Helfenstein, CEO der Credit Suisse meint: «Gleiche Prämien für Frauen- und Männer-Teams sind Ausdruck dafür, dass herausragende Leistungen unabhängig vom Geschlecht honoriert werden sollten.» Wie hoch die Beträge sein werden, will man nicht verraten. Die Credit Suisse spricht von einer 4,5-fachen Erhöhung der Beiträge für den Frauenfussball. 

Nati-Captain Lia Wälti sagt: «Wir haben lange für den Moment gekämpft. Jetzt ist der Tag gekommen. Das ist unglaublich für uns. Es ist aber auch wichtig, dass wir weiterkämpfen.» Auch Tatjana Hänni ist die Freude an der Pressekonferenz definitiv anzusehen. «Es ist ein unglaublich starkes Zeichen. Vor ein paar Jahren hätte ich nicht gedacht, dass wir so schnell hier sitzen.» Für die Direktorin Frauenfussball ist aber auch klar, dass noch viel gearbeitet werden muss. Besonders im Bereich der Uefa- und Fifa-Prämien.

EM 2025 soll Boost bringen 

An der Männer-EM im letzten Jahr wurden 221 Millionen an die Teams ausbezahlt. Daraus wurden Spieler- und Staffprämien mitfinanziert und ein grosser Teil floss in den Junioren-, Breiten- und Frauenfussball. Bei den Frauen in diesem Jahr werden es nur 16 Millionen für alle Teams sein. Der SFV hat sich deshalb dazu entschieden, alle Uefa-Prämien vollständig an die Spielerinnen und Staff weiterzugeben. Dazu werden die Betriebskosten wie Flüge, Hotels und weiteres vom Verband übernommen. Die Verantwortlichen versprachen, dass man sich als Verband dafür einsetzt, dass die Uefa und Fifa die Prämien bei Frauen-Turnieren deutlich erhöhen. 

Wie finden Sie die Anpassung?

Beim SFV spricht man am Dienstagmittag bewusst also nicht von Equal Pay, sondern von Equal prime. Trotzdem – die Verantwortlichen der CS und des SFV wurden vom National-Coach Nils Nielsen gelobt. Er formte seine Finger gar zu einem Herzen und hielt eine Rede. «Vielen, vielen Dank, für mich ist es nicht der erste Schritt. Der erste Schritt war der Entscheid zur EM-Kandidatur für das Jahr 2025.» Dem pflichtet auch Präsident Blanc bei: «Mit Euro in unserem Land könnte der Schweizer Frauenfussball in neue Dimensionen vorstossen.» Bei den Prämien ist das jetzt schon passiert – zumindest teilweise.  

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