Hitler im Kopf

Aktualisiert

Hitler im Kopf

Ein Kurzfilm aus dem Umfeld von Agent-Provocateur bringt Justizminister Christoph Blocher mit Hitler in Zusammenhang und stellt ihn als Brandstifter dar.

«Chömed ine, s'ghört ine, s'heisst Spilhuus». Vor rund 30 Jahren lockte dieser Spruch Scharen von Kindern vor die Bildschirme. Im «Spielhaus» des Schweizer Fernsehens wurden damals Märchen und lustige Geschichten für die ganz kleinen Zuschauer gezeigt. Der Schweizer Kurzfilmregisseur Beat Staub lässt in seiner Variante des TV-Klassikers nun die Bundesräte im «Spielhaus» herumtollen und sorgt damit für einiges Schmunzeln – bis einem beim Auftritt von Bundesrat Christoph Blocher das Lachen im Hals stecken bleibt.

Während Leuenberger, Leuthard, Calmy-Rey und Co. eher unbedarft durch den Film kaspern, wird Justizminister Blocher klar mit Hitler in Verbindung gebracht und als Brandstifter dargestellt. Zu viel der Provokation, selbst für eine Non-Profit-Organisation wie Agent-Provocateur, die mit ihren Kurzfilmen die Diskussion über brisante Themen anregen will.

Hitler als Symbol für gefährliches Gedankengut

«Dieser Film ist eine Parodie auf die Zustände im Bundesrat», betont Staub. «Hitler ist als Symbolfigur für ein gefährliches Gedankengut zu verstehen, das im Kopf von Christoph Blocher schlummert.»

Staub wollte mit diesen Bildern zeigen, dass Christoph Blocher im Gesamtbundesrat immer eine Sonderrolle gespielt und sich von den anderen Bundesräten abgehoben hat. Man wisse beim Justizminister eben nie, was als Nächstes passieren werde und müsse immer damit rechnen, dass Blocher mit seinem Gedankengut wieder einen Brand stiftet. «Auf diese heikle Situation mache ich mit meinem Film aufmerksam. Aber zum Glück ist in der Schweiz die Regierung und damit die Macht noch immer auf sieben Köpfe verteilt.»

Das Eidgenössische Justiz- und Polizeidepartement wollte zum vorliegenden Film auf Anfrage keine Stellung nehmen.

Tina Fassbind, 20minuten.ch

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