Zensur: «Hitler»-Plakat war zu viel für St.Galler Stapo
Aktualisiert

Zensur«Hitler»-Plakat war zu viel für St.Galler Stapo

Das Luzerner Splätterlitheater stoppt mit einem makaberen Puppenspiel in der Ostschweiz. Die Veranstalter wollten dafür Plakate aufhängen. Doch diese wurden von der Polizei zensiert.

von
Tobias Bolzern
Da die St. Galler Stadtpolizei das Sujet des Plakats pietätlos fand, mussten es die Veranstalter kurzerhand zensieren um die Ankündigung doch noch an die Plakatsäulen hängen zu dürfen.

Da die St. Galler Stadtpolizei das Sujet des Plakats pietätlos fand, mussten es die Veranstalter kurzerhand zensieren um die Ankündigung doch noch an die Plakatsäulen hängen zu dürfen.

Kasperlitheater mit Trashfaktor: Die Stücke des Luzerner Splätterlitheaters sind blutig und makaber. Prinzessinnen werden zu Dirnen und Kasperli enthauptet mit der Motorsäge degenerierte Nazischergen. Mit «Em Schnäuzli sine letschti Kampf» macht das Splätterlitheater morgen Donnerstag und am Freitag Halt in der Grabenhalle. «Der Protagonist ‹Schnäuzli› will im Stück ein neues Gehirn finden und so die Weltherrschaft an sich reissen», so der Manager des Splätterlitheaters, Yves Vonarburg.

Um für den Anlass zu werben haben die Veranstalter eigens ein Plakat kreiert. Die Stadtpolizei hat am «pietätlosen» Sujet aber keine Freude: «Wegen der Verbindung mit Adolf Hitler und der Abbildung einer Verstümmelung kann das Plakat nicht aufgehängt werden», sagt Lukas Nef von der Stapo. Plakate dürften nicht gegen religiöse oder sittliche Gefühle verstossen, so Nef.

Der Veranstalter reagierte prompt: «Wir haben das kunstvolle Plakat nun zensieren müssen», so Barnabas Németh von der Grabenhalle. Manager Vonarburg bedauert dies: «Auch im Stück geht es politisch inkorrekt zu, jedoch immer mit einem Augenzwinkern.» Für beide Vorstellungen gibt es noch Tickets.

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