Wird langsam Zeit: Hitler soll kein Ehrenbürger mehr sein
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Wird langsam ZeitHitler soll kein Ehrenbürger mehr sein

Die mittelfränkische Stadt Schwabach will Adolf Hitler sowie dem früheren NS-Gauleiter Julius Streicher die Ehrenbürgerschaft aberkennen. Dass sie überhaupt zu einer solchen Ehre kamen, ist eine Geschichte für sich.

Der Stadtrat werde am kommenden Freitag darüber entscheiden, sagte die Sprecherin der Stadt, Sandra Hoffmann-Rivero, der AP am Dienstag. Es sei davon auszugehen, dass die Mehrheit des Stadtrates für den Widerruf stimme. Gleichwohl sei eine Diskussion darüber zu erwarten, wie generell mit einem solchen historischen Erbe umzugehen sei. Für eine Aberkennung setze sich vor allem der Schwabacher CSU-Politiker Karl Freller ein.

Der langjährige Oberbürgermeister der Stadt, Hans Hocheder (SPD), habe sich 1948 bewusst dafür entschieden, Hitler und Streicher nicht von der Liste der Ehrenbürger zu nehmen, um damit ein Mahnmal zu setzen, erklärte Hoffmann-Rivero.

Hocheder sei 1933 selbst als politischer Gefangener für einige Monate im Konzentrationslager Dachau gewesen und habe sich dazu entschlossen, die Namen der ehemaligen Nazi-Grössen nicht einfach aus der Geschichte Schwabachs auszuradieren. Formaljuristisch sei eine Aberkennung der Ehrenbürgerwürde ohnehin nicht notwendig, da die betreffenden Personen tot seien und damit dieser Status längst erloschen sei.

Als erste deutsche Kreisstadt hatte 1932 Bad Doberan in Mecklenburg-Vorpommern Hitler die Ehrenbürgerschaft verliehen. Sie wurde ihm dort wenige Monate vor dem G8-Gipfel 2007 aberkannt, bei dem Bad Doberan Gastgebergemeinde war. (dapd)

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