Unmut nach Zertifikat-Ausweitung - Hitlergruss, Hakenkreuze und Davidsterne an «Mass-Voll»-Demo in Bern
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Unmut nach Zertifikat-AusweitungHitlergruss, Hakenkreuze und Davidsterne an «Mass-Voll»-Demo in Bern

Die letzten Covid-Beschlüsse des Bundesrates werfen hohe Wellen – Tausende Demonstrierende gingen deswegen in den vergangenen Tagen auf die Strasse. Darunter waren offenbar auch Rechtsradikale.

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Aufnahmen, die von der Reitschule-Zeitung «Megafon» auf Twitter geteilt wurden, zeigen wie ein Demo-Teilnehmer am Mittwoch in Bern den Hitlergruss zeigte.

Aufnahmen, die von der Reitschule-Zeitung «Megafon» auf Twitter geteilt wurden, zeigen wie ein Demo-Teilnehmer am Mittwoch in Bern den Hitlergruss zeigte.

Twitter/@megafon_RS_Bern
Der Vorfall soll sich auf dem Bärenplatz ereignet haben. Auch andere Teilnehmerinnen und Teilnehmer fielen mit antisemitischen Darstellungen oder Transparente auf.

Der Vorfall soll sich auf dem Bärenplatz ereignet haben. Auch andere Teilnehmerinnen und Teilnehmer fielen mit antisemitischen Darstellungen oder Transparente auf.

Twitter/@megafon_RS_Bern
Andere Personen trugen etwa David-Sterne mit der Aufschrift «Ungeimpft».

Andere Personen trugen etwa David-Sterne mit der Aufschrift «Ungeimpft».

PD

Darum gehts

  • Am Mittwoch und Donnerstag demonstrierten Tausende gegen die verschärften Covid-Massnahmen.

  • Unter den Demonstrierenden hatte es auch solche, die mit Hitlergrüssen, antisemitischen Transparenten oder Davidsternen auffielen.

  • Die Organisatoren der grossen Demo am Mittwoch, wollen nach eigenen Angaben solche Personen nicht in ihren Reihen wissen.

Es war laut und voll in den Berner Gassen die letzten Tage. Donnerstag und Mittwoch zogen Demonstrantinnen und Demonstranten jeweils abends durch Bern und protestierten gegen die verschärften Covid-Massnahmen des Bundesrates. Die grosse Demo am Mittwoch wurde vom Verein «Mass-Voll» organisiert, die Organisatoren sprechen von über 20’000 Teilnehmenden. Gemäss Schätzungen von 20 Minuten waren mehrere Tausend Personen am Demonstrieren – unter ihnen offenbar auch einige Personen mit rechtsextremer und antisemitischer Gesinnung. Von der Reitschul-Zeitung «Megafon» veröffentlichte Aufnahmen zeigen, wie einzelne Demonstrantinnen und Demonstranten teilweise den Arm zum Hitlergruss streckten, Davidsterne mit der Aufschrift «Ungeimpft» trugen oder Transparente mit antisemitischen Wortlauten mit sich führten. Gemäss den Reitschülerinnen und Reitschülern liefen an der Demo auch einige bekennende Rechtsradikale mit.

Etliche Userinnen und User hatten sich in den sozialen Medien über die Tatsache empört, dass an der Demo rechtsradikales Gedankengut zur Schau gestellt wurde. Viele zeigen Unverständnis für das fehlende Einschreiten der Kantonspolizei, die mit einem Grossaufgebot vor Ort war. Die Aufnahmen sind auch der Kapo mittlerweile bekannt: «Wir klären den Sachverhalt derzeit ab», sagt Christoph Gnägi von der Kapo Bern dazu. Hitlergrüsse seien von den Beamtinnen und Beamten nicht beobachtet worden, jedoch hätten Polizisten einen Teilnehmer mit Hakenkreuz-Transparent angehalten. Laut Gnägi beschäftigt sich nun die Staatsanwaltschaft mit dem Fall.

«Man versucht uns zu diskreditieren»

Nicolas A. Rimoldi, Co-Präsident von «Mass-Voll», zeigt sich überrascht, dass Rechtsextreme und Personen mit rassistischen und antisemitischen Ideologien in seiner Demonstration eingereiht gewesen sein sollen: «Ich bezweifle stark, dass dem so war. Wir hatten eine friedliche Demo mit über 20'000 Menschen aller Religionen, sozialen Schichten und Hautfarben. Wir kämpfen für die Inklusion und für die Rechte aller. Sein Team sei immer eingeschritten, wenn es Personen mit Davidstern oder dergleichen gesehen habe: «Wir sprechen hier um über einen nicht-repräsentativen Nebenschauplatz. Es ist zudem nicht unsere Aufgabe, anderen Menschen Vorschriften zu machen.»

Die Reitschule-Zeitung erachte er jedoch als kein seriöses oder ernstzunehmendes Medium: «Die Extremisten versuchten am Mittwoch mit verschiedenen Störaktionen unseren friedlichen Protest zu stören. Einem Demonstranten wurde sogar eine Dose an den Kopf geworfen». Rimoldi spricht von einem Versuch, den Protest «faktenfern» zu diskreditieren: «Wie immer ohne Erfolg.»

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Hier findest du Hilfe:

GRA, Stiftung gegen Rassismus und Antisemitismus

Pro Juventute, Beratung für Kinder und Jugendliche, Tel. 147

Dargebotene Hand, Sorgen-Hotline, Tel. 143

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(cho)

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